Add to favourites
News Local and Global in your language
22nd of January 2018

Digital



Briefing

Die Digitalisierung bringt einen Nachteil mit sich: Das Risiko von Cyberangriffen steigt. Davon ist gerade auch der Finanzplatz Schweiz betroffen, ist die Branche doch stark digitalisiert. Für den Beirat «Zukunft Finanzplatz», den der Bundesrat Anfang 2015 unter der Leitung des Ökonomen Aymo Brunetti eingesetzt hat, ist die Gewährleistung der Cybersicherheit gar eine der grössten Herausforderungen des Schweizer Finanzsektors, wie es im Jahresbericht 2017 heisst.

Der Beirat warnt vor den finanziellen Folgen eines grösseren Cybervorfalls, aber auch vor Reputationsschäden für den gesamten Finanzplatz. Die Gruppe Brunetti hat deshalb im vergangenen Jahr drei Empfehlungen verabschiedet, die der Bundesrat im Dezember beraten hat. Sie verlangen eine engere Zusammenarbeit des Bundes mit den Finanzinstituten in Fragen der Cybersicherheit – die Branche erhält also eine Art privilegierte Stellung, wie sie die sogenannt kritischen Infrastrukturen (z. B. Elektrizitätswerke) schon haben.

Bereits in der Umsetzung befindet sich die erste Empfehlung, die einen besseren Informationsaustausch zwischen den Banken und der Melde- und Analysestelle Informationssicherheit (Melani) des Bundes verlangt. Bisher haben nur gut 60 Banken und rund ein Dutzend Versicherer zum sogenannten geschlossenen Kundenkreis von Melani gehört. Nur sie haben von speziellen Informationen und Dienstleistungen profitiert; künftig sollen alle Finanzinstitute darauf Zugriff haben.

Die Vorbereitungen dafür laufen, wie Melani-Chef Pascal Lamia sagt. «Unsere Informationen über Cyberangriffe sind sehr technisch, weshalb kleine Banken damit oft nichts anfangen können.» Deshalb sollen die IT-Dienstleister der Kleinbanken die Informationen von Melani erhalten; häufig sind das Firmen, die bereits zum geschlossenen Kundenkreis von Melani gehören.

Konkret kann Melani zum Beispiel einer Bank helfen, die Opfer des Angriffs eines Trojaners geworden ist – also eines Schadprogramms, das Angreifer auf dem Computer eines Kunden installiert haben. Melani analysiert den Trojaner und hilft der Bank, die illegalen Transaktionen der Angreifer zu erkennen oder die Kunden der Bank zu warnen. Keine Hilfe leistet Melani hingegen bei der Behebung von Sicherheitslücken in den Systemen der Banken.

Die zwei weiteren Empfehlungen sollen in die zweite «Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken» (NCS) einfliessen, die derzeit beim Bund in Arbeit ist und bis April vorliegen soll. Die Gruppe Brunetti schlägt vor, ein Fachgremium zu bilden, um den Austausch zwischen der Finanzbranche und den Behörden zu institutionalisieren. Die IT-Fachleute von Banken, Bund und Finanzmarktaufsicht (Finma) sollen dort branchenspezifische Fragestellungen frühzeitig diskutieren können, um für Cyberangriffe gewappnet zu sein.

Schliesslich empfiehlt der Beirat auch, dass der Bund zusammen mit der Finanzbranche einen Krisenstab Cybersicherheit aufbaut, der bei einem grossflächigen Cybervorfall alarmieren, koordinieren und auch Weisungen erteilen könnte. Auf Bundesebene ist ein solches Kompetenzzentrum Cybersicherheit bereits angedacht, und aus dem Parlament kommt eine ähnliche Forderung. Vermutlich sieht eine sinnvolle Lösung ein branchenübergreifendes Kompetenzzentrum vor. Dieses könnte nicht nur bei Cyberangriffen auf den Finanzplatz zum Einsatz kommen, sondern auch bei Attacken auf die Bundesverwaltung oder auf kritische Wirtschaftszweige wie die Stromversorgung.

Read More




Leave A Comment

More News

NZZ Digital Nachrichten -

Augsburger Allgemeine -

PC, Multimedia, Handy

Aktuelles zum Thema Digital

SPIEGEL ONLINE - Netzwelt

Digital - Nachrichten aus

STERN.DE RSS-Feed Digital -

Disclaimer and Notice:WorldProNews.com is not the owner of these news or any information published on this site.