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17th of November 2018

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So minimierst du dein Prostatakrebs-Risiko

Prostatakrebs tut nicht weh und ist deshalb schwer zu erkennen Ein Viertel aller Krebsdiagnosen bei Männern ist ein Prostatakarzinom © Andranik Hakobyan / Shutterstock.com

Ein Tumor in der Prostata ist lebensgefährlich. Das Tückische: Man selbst bemerkt ihn erst, wenn er weit fortgeschritten ist. Sorgen Sie frühzeitig vor!

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und zudem fast immer bösartig. Trotzdem wird er häufig erst so spät erkannt, dass man ihn kaum noch heilen kann. Dabei ist es gar nicht so schwer, dagegen vorzusorgen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich vor dem Krebs in der Vorsteherdrüse schützen können.

Was ist Prostatakrebs?

Erkrankt die Prostata an Krebs, verändern sich einzelne Zellen der Drüse und bilden bösartiges Gewebe. "Dieser Drüsentumor, auch Prostatakarzinom genannt, ist fast immer bösartig. Das bedeutet, er wächst unkontrolliert und verdrängt das angrenzende Gewebe oder dringt sogar darin ein", erklärt der Urologe PD Dr. med. Markus Bader von der Uroclinic München Giesing. Das umliegende Gewebe ist in diesem Fall die Blase, die Harnröhre, die Beckenwand und der Enddarm. Sobald der Krebs nicht nur aif die Prostata beschränkt ist, sondern sich auch andere Bereiche ausbreitet, wird es wirklich gefährlich. Im schlimmsten Fall metastasiert der Krebs dann, das bedeutet, dass er Tumorzellen im ganzen Körper verteilt und Tochtertumore bildet. Lassen Sie es deshalb gar nicht erst soweit kommen, denn je kleiner der Krebs ist, wenn er erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

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Man merkt von dem Tumor allerdings sehr lange nichts: Sie haben keine Schmerzen und auch Ihr Sperma oder Ihr Harndrang verändern sich nicht. Deshalb wird der Krebs häufig viel zu spät erkannt, denn Beschwerden treten erst auf, wenn der Tumor auch die umliegenden Organe angreift. Solche Symptome sind zum Beispiel Schmerzen im Rücken oder in den Knochen, bei denen der Orthopäde keinen Grund findet. Die richtige Diagnose kann nur ein Urologe oder Androloge bei der Vorsorgeuntersuchung stellen. 

Wer ist besonders gefährdet?

"Ein Viertel aller Krebsdiagnosen bei Männern ist ein Prostatakarzinom, in Deutschland sterben jährlich etwa 12.000 Menschen an den Folgen", so Bader. Das sind dramatische Zahlen, aber ob Sie sich deshalb sorgen machen sollten, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

Ihr Alter: Das Risiko für Prostatakrebs steigt, je älter Sie werden. "Das durchschnittliche Alter für eine Neuerkrankung liegt bei 69 Jahren", erklärt der Urologe. Ab 45 sollten Sie deshalb regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Vorher sollten Sie sich bereits gut informieren, aber Sie müssen sich in jüngeren Jahren noch keine großen Sorgen machen.Ihre familiäre Vorgeschichte: Anders sieht es aus, wenn ein naher männlicher Verwandter von Ihnen bereits an dem Krebs erkrankt ist. "Wenn zum Beispiel Ihr Vater, Bruder oder Onkel einen Tumor in der Prostata hatte, ist Ihr Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, doppelt so hoch", warnt der Arzt. In dem Fall sollten Sie spätestens ab 40 regelmäßig eine gründliche Vorsorgeuntersuchung machen lassen, denn dann kann der Krebs Sie auch schon früher treffen.

Andere Prostataprobleme steigern dagegen nicht Ihr Krebsrisiko. "Weder eine gutartige Vergrößerung noch eine Entzündung der Vorsteherdrüse begünstigen den Krebs", erklärt Bader. Auch eine Vasektomie löst kein Tumorwachstum aus.

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Ab der 45. Lebensjahr sollte man regelmäßig zur Prostatakrebs-Vorsorge Ab dem 45. Lebensjahr sollte jeder Mann regelmäßig zur Prostatakrebs-Vorsorge gehen © Korawat Today / Shutterstock.com Wie beugt man dem Krebs in der Vorsteherdrüse vor?

Am Alter und der familiären Vorgeschichte können Sie leider wenig ändern. Mit Ihrer Lebensweise können Sie aber Ihr Risiko verringern, einen Tumor in der Vorsteherdrüse zu bekommen. Laut Bader gibt es 4 wichtige Leitlinien, mit denen Sie Ihre Prostata gesund halten können:

1. Achten Sie auf Ihr Gewicht: Wenn Ihr Gewicht in einem gesunden Bereich ist (zum Beispiel ein BMI zwischen 20 und 25), beugen Sie vielen Krankheiten vor, unter anderem auch dem Prostatakrebs.

2. Seien Sie körperlich aktiv: "Die amerikanischen Leitlinien für Gesundheit empfehlen mindestens 30 Minuten moderaten Sport neben der alltäglichen Aktivität", erläutert der Urologe.

3. Ernähren Sie sich ausgewogen: "Essen Sie bunte, möglichst unverarbeitete Lebensmittel mit dem Schwerpunkt auf pflanzlichen Produkten", rät Bader. Lebensmittel, die Transfette enthalten, oder rotes Fleisch können dagegen Entzündungsprozesse und auch die Tumorbildung beschleunigen. Mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten können Sie dem Krebs dagegen nicht vorbeugen.

4. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum: "Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko für Prostatakrebs konnte in Studien nachgewiesen werden", so Bader. Trinken Sie deshalb maßvoll und nicht zu oft.

Theoretisch kann auch Sex Ihre Prostata schützen, egal ob solo oder mit einer Partnerin. "Wenn Sie häufig ejakulieren, könnten Sie damit veränderte Zellen herausspülen", erklärt Bader. "Der aktuelle Forschungsstand kann das allerdings nicht beweisen." Aber selbst wenn es nicht helfen sollte, Spaß macht es allemal und ungesund ist es auf keinen Fall.

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Der PSA-Wert wird über eine Blutprobe ermittelt Der PSA-Wert wird über eine Blutprobe ermittelt © Jarun Ontakrai / Shutterstock.com Was passiert bei der Prostatakrebs-Vorsorge?

Zugegeben, die Vorsorge bei Prostatakrebs ist nicht gerade angenehm. Trotzdem sollten Sie keine Angst davor haben. Diese Untersuchung ist die einzige wirklich verlässliche Form, um dem Krebs vorzubeugen und ihn rechtzeitig behandeln zu können. Der Kern dieser Untersuchung ist vor allem, dass man Veränderungen erkennt. Deshalb ist es sinnvoll, das erste Mal zur Vorsorge zu gehen, wenn Sie aller Wahrscheinlichkeit nach noch gesund sind. Damit Sie wissen, was da auf Sie zukommt, erklärt Bader, aus welchen Bestandteilen eine gründliche Vorsorge besteht:

1. Ihre Prostata wird abgetastetDas klischeehafte Bücken und Husten bei der allgemeinen Vorsorge stimmt tatsächlich. "Da die Prostata sehr nah am Enddarm unterhalb der Harnblase liegt, kann ein Urologe rektal nach Veränderungen wie etwa einer verdächtigen Verhärtung tasten", erklärt Bader. Leider kann es sein, dass auch in einer weichen Prostata bereits ein Tumorherd ist, den man nicht fühlt. "Tastbarer Prostatakrebs befindet sich meistens nicht mehr im Frühstadium", so der Arzt. Deshalb können Sie Ihren Arzt fragen, ob Sie über diese Standarduntersuchung hinaus noch eine gründlichere Untersuchung machen sollten.

2. Ihr PSA-Wert wird gemessen"PSA ist das Prostataspezifische Antigen, ein Eiweiß, das von der Vorsteherdrüse gebildet wird und im Blut nachweisebar ist", so der Urologe. Der Arzt nimmt Ihnen Blut ab und untersucht die Menge an PSA. Der Grenzwert liegt bei Männern bis 40 bei 2,5 Milligramm pro Milliliter Blut, bis 50 bei 3,5 und bis 60 bei 4,5. Ist dieser Wert erhöht, kann das bedeuten, dass Sie Krebs haben, muss es aber nicht zwingend. Es deutet nur auf irgendeine Veränderung der Vorsteherdrüse hin, das kann auch durch eine Entzündung oder Vergrößerung geschehen und sogar durch langes Fahrradfahren.

3. Sie lassen einen Ultraschall machen "Ob Ihre Prostata entzündet oder strukturell verändert ist, lässt sich durch einen rektalen Ultraschall bestimmen", erläutert Bader. Dabei wird durch den Hintern eine Sonde eingeführt, die alle grafischen Veränderung des Organs erkennt.

"Das Ergebnis dieser drei Untersuchungen kann Ihnen ein gutes Bild davon geben, wie gesund Ihre Prostata ist", so der Arzt. Das dauert auch nicht lange, nach 5 bis 10 Minuten haben Sie es schon hinter sich. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird allerdings fast immer nur das Abtasten gezahlt, den PSA-Wert bestimmen zu lassen kostet etwa 25 Euro, das Gesamtpaket etwa 80 Euro. Sie können die Frage nach der richtigen Behandlungsmethode mit einem unabhängigen Arzt besprechen, also am besten einem, der die Untersuchung danach nicht selbst vornimmt.

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Wie behandelt man das Prostatakarzinom?

Wenn der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, nimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe aus der Drüse. Daran kann man dann erkennen, wie bösartig der Krebs ist und wie man am besten damit umgeht. "Nicht jeder Prostatakrebs wird behandelt", erklärt Bader. "Die Therapieoptionen bergen einige Komplikationen" Häufig entwickelt sich der Krebs nämlich sehr langsam. "90% der Betroffenen leben trotzdem noch mindestens 10 Jahre weiter", erklärt der Urologe. Bei der Wahl der Therapie hat man deshalb mehrere Möglichkeiten, bei denen man einmal die allgemeine Gesundheit des Patienten und die Bösartigkeit des Tumors betrachtet. Danach gibt es folgende Behandlungsmethoden:

Ihre Prostata wird operiert: Ist der Patient noch jung und der Krebs hat noch nicht gestreut, kann man die Krankheit mit einer Operation heilen. Dabei werden die Prostata und die umliegenden Lymphknoten entfernt. "Lassen Sie das in jedem Fall in einem spezialisierten Zentrum machen, dann ist die Gefahr, dass Sie danach inkontinent oder sogar impotent werden, sehr gering", rät der Urologe.Sie bekommen Medikamente: Wenn der Krebs schon über die Organgrenze gewachsen ist, kann man den Patienten kaum noch heilen. "In diesem Fall versucht man, den Krebs mit Medikamenten so gut wie möglich einzudämmen", so Bader. So können Sie auch mit einem fortgeschrittenen Krebs noch viele Jahre leben, denn das Prostatakarzinom verändert sich sehr langsam.Sie warten ab: "Bei Patienten, die sowieso schon krank sind oder deren Lebenserwartung sich durch den Krebs nicht verringert, ist es manchmal besser, gar nichts zu tun", erklärt der Experte. Dann wird regelmäßig kontrolliert, ob sich überhaupt irgendetwas verändert, ansonsten leben Sie ganz normal weiter.

Prostatakrebs betrifft jeden Mann und kann sehr gefährlich sein. Lassen Sie deshalb ab 45 regelmäßig eine gründliche Vorsorgeuntersuchung machen. Auf der Webseite des Krebsinformationsdienstes oder der Krebsgesellschaft finden Sie weitere wichtige Hinweise und können sich bei Fragen oder Sorgen an die Fachärzte richten. Informieren Sie sich. Denn je früher man den Krebs erkennt, desto besser kann man ihn heilen.

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