Add to favourites
News Local and Global in your language
23rd of July 2018

Auto



Guido Bellberg: Autofahrer, schaut nach Westen - WELT

Kennen Sie den beliebten Witz über den Grad der Hysterie, den Linke in den USA mittlerweile erreicht haben? Der geht so: Wenn Präsident Donald Trump morgen den Krebs heilt, demonstrieren übermorgen 100.000 Linke in Washington für ihr Recht, an Krebs zu sterben.

Von Bevormundung, unerlaubtem Eingriff in körperliche Selbstbestimmung und – natürlich – Sexismus und Rassismus ist dann die Rede. Vom Untergang des Abendlandes sowieso.

Da steckt viel Politik drin, aber auch viel Wahrheit zum Thema (linke) Angst vor Erfindergeist und Fortschritt. Der zeigte sich neulich natürlich ausgerechnet in den von Trump so schrecklich beherrschten USA, als der deutsche Konzern Volkswagen einen Geschwindigkeitsrekord beim berühmten Pikes-Peak-Bergrennen aufstellte – mit einem Elektroauto. Natürlich nicht mit irgendeinem etwas aufgepimpten Fahrzeug von der Stange, sondern einem eigens entwickelten, maßgeschneiderten Highend-Gefährt.

Lesen Sie auch Rauchen im Auto sollte immer und überall verboten werden, fordert WELT-Autor Henryk M. Broder Schönes Hobby

Mit diesem Geschoss wurde der bisherige Rekord von Sébastien Loeb um satte 16 Sekunden unterboten. Erwähnenswert dabei ist nun für die meisten Beobachter natürlich vor allem, dass es sich um ein Elektroauto handelte. Warum eigentlich? Das Auto war genauso auf die Strecke abgestimmt, wie man es bei einem Benziner auch gemacht hätte.

Seriennähe? Haha. Und es hatte mit den üblichen Problemen von Elektroautos zu kämpfen, also den Batterien beziehungsweise dem Aufladen. Dazu standen am Fuße des Berges kraftvolle Generatoren, die den VW innerhalb von 20 Minuten wieder aufladen konnten. Das sind zwar immer noch ungefähr 20 Minuten mehr, als ein Benziner brauchte, aber dennoch beachtlich.

Genauso beachtlich wie das Rennen an sich, das in dieser Form in Deutschland, ja vielleicht sogar in der ganzen EU, kaum denkbar wäre. So schnell wie möglich einen Berg rauf, in spektakulärer Landschaft und mit Sicherheitsvorkehrungen, die zwar laufend angepasst wurden, aber nicht gerade Formel-1-Standard sind, so scheint es dem ahnungslosen Kolumnisten jedenfalls. Schön.

Der Rekord für die Ewigkeit wurde geknackt

Was in Deutschland Gott sei Dank aber doch noch möglich ist – außer dass ein Innenminister ständig zurück- und dann wieder vortritt –, ist, einen „ewigen“ Rekord auf unser aller Lieblingsstrecke, der fantastischen Nordschleife des Nürburgrings, zu brechen.

Nur sechs Tage nach dem erfolgreichen Versuch von Volkswagen, der Elektromobilität endlich so etwas wie ein sportliches Image zu verleihen (sagen Sie jetzt nicht „Formel E“), gelang Porsche etwas Historisches. Ein Porsche 919 Hybrid Evo unterbot in sagenhaften 5:19.546 Minuten die Fabelzeit von Stefan Bellof (6:11.13), die er 1983 beim Training zum 1000-Kilometer-Rennen aufgestellt hatte, um über 50 Sekunden. Das ist fast eine Minute, also mehr als eine Ewigkeit, selbst auf so einer extrem langen Strecke.

Dass es 35 Jahre gedauert hat, diesen Rekord zu knacken, zeigt einmal mehr das fahrerische Genie von Bellof, zumal dieser nicht nur in einem alten, langsameren Auto fuhr, sondern vor allem in einem, das den Rennregularien entsprach. Unglaublich.

Der 919 Evo (rechts) und das 1983er Rekordauto von Stefan Bellof, der 956C Der 919 Evo (rechts) und das 1983er Rekordauto von Stefan Bellof, der 956C

Quelle: Porsche

Entsprechend stellte auch Porsche gleich selbst klar, dass sich die beiden Rekorde nur schlecht vergleichen ließen und dass es darum auch gar nicht ginge. Man habe mit einem Technologieträger quasi unter Laborbedingungen (seien wir ehrlich, die Nordschleife und ihr Straßenbelag sind alles andere als sterile Laborbedingungen) versucht zu zeigen, was heute, im Jahre 2018, technisch möglich ist. Und das ist offensichtlich eine ganze Menge.

Ist das nicht schön, dass es noch technologische Quantensprünge gibt? Und die auch noch von deutschen Unternehmen? Und nicht nur in den angeblich ja so rückständigen USA, sondern auch bei uns in der Eifel?

Doch, das ist es. Und es zeigt mit dem Symbol des Automobils der ganzen Welt: Da geht noch was, im angeblich so müden Westen. Denn im Westen ist’s am besten. Immer noch.

Read More




Leave A Comment

More News

Auto-Nachrichten - N24.de

Aktuelles zum Thema Auto

Rund um das Auto

SPIEGEL ONLINE - Auto

op-online.de - Auto &

DIE WELT - Motor

Disclaimer and Notice:WorldProNews.com is not the owner of these news or any information published on this site.