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24th of January 2018

Auto



Broder: Das Elektroauto ist zum Glaubenskrieg mutiert - WELT

Meine letzte Kolumne, in der es um E-Mobilität ging, hat über 600 Leser veranlasst, einen Kommentar zu schreiben. Die Ansichten reichten von totaler Zustimmung bis zu grenzenloser Ablehnung. Dabei hatte ich nur geschrieben, dass ich es für problematisch halte, Autos auf den Markt zu bringen, ohne dass die notwendige Infrastruktur dafür vorhanden ist.

Das Auto ist weit mehr als ein Mittel der Fortbewegung. Es ist ein Objekt der Liebe und der Freude, der Treue und der Trauer. Es soll Menschen geben, die sich in oder mit ihren Autos begraben lassen. Autofans und Autofeinde stehen einander wie zwei feindliche Armeen gegenüber. Die Frage „Benzin/Diesel oder Strom“ polarisiert noch stärker.

Es ist eine quasi religiöse Entscheidung. Mein Gott ist besser als dein Gott! Die Anhänger der einen Religion belassen es nicht dabei, ihren Gott anzubeten, nein, sie wollen auch, dass die anderen ihren Glauben aufgeben und konvertieren.

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Diese Grundsätzlichkeit der Auseinandersetzung hat mich mehr als überrascht. Ich kann sie mir nur damit erklären, dass die meisten Menschen unbedingt an etwas glauben wollen. Oder um es mit den Worten des britischen Schriftstellers Gilbert Keith Chesterton („Father Brown“) zu sagen: „Je weniger die Leute an Gott glauben, desto mehr glauben sie nicht an nichts, sondern allen möglichen Unsinn.“

Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, scheint mir das auch in dieser Debatte der Fall zu sein. Da stehen die E-Auto-Aficionados den Freunden des Verbrennungsmotors in nichts nach. Sie werfen sich gegenseitig vor, die Umwelt zu versauen.

Ein Leser schreibt, bei der Herstellung eines E-Autos werde mehr Energie gebraucht als bei einem Auto mit konventionellem Antrieb; ein anderer hält dagegen, E-Autos würden keine Emissionen produzieren. Ein Dritter erinnert daran, dass jede neue Technologie sich erst einmal gegen Widerstände durchsetzen musste.

Wie die Mobilität der Zukunft aussieht? Keine Ahnung!

So war es, als die erste Eisenbahnstrecke in Betrieb genommen und der erste Computer hochgefahren wurde. Das stimmt. Aber es sagt nichts über den Sinn oder Unsinn von E-Autos aus.

Ich soll doch, bitte schön, mal erklären, wie ich mir die Mobilität der Zukunft vorstelle, mahnt ein Leser. Meine ehrliche Antwort: Keine Ahnung, ich wäre schon froh, wenn die vielen Baustellen auf der A 9 zwischen Berlin und Leipzig aufgehoben würden.

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Die Frage nach der Mobilität der Zukunft wird von einem anderen Leser sachkundig beantwortet: „Wenn sich die Elektromobilität durchsetzt, braucht es keine komplizierten Motoren oder Getriebe mehr.“ Allerdings wären dann auch über 800.000 Arbeitsplätze gefährdet. Jeder Fortschritt hat seinen Preis.

Die Komplexität des Themas war mir nicht bewusst, als ich die Kolumne schrieb. Was gilt nun? Wird sich „das E-Auto, wie die Energiewende, nur mit Planwirtschaft und Zwang“ durchsetzen, wie ein Leser meint.

Oder wird „innerhalb von ein paar Jahren niemand mehr ein Verbrennungsauto kaufen wollen, weil ein E-Auto billiger, zuverlässiger, weniger umweltbelastend, praktikabler, schneller und spaßiger zu fahren ist“? Ich weiß es nicht.

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