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19th of July 2018

Auto



Audi Q8 im Test: So gut ist der Konkurrent des BMW X6 - WELT

Es ist ein Diesel. Das darf man ja ruhig betonen, wenn es darum geht, ein nagelneues Auto Probe zu fahren von einer Firma, deren Chef wegen des Dieselskandals in Untersuchungshaft sitzt. Aber wie sollte man einen Audi Q8 auch antreiben, wenn nicht mit einem Diesel?

Große und schwere Autos wie dieses Luxus-SUV-Coupé sind prädestiniert für drehmomentstarke Motoren, die im Nebeneffekt deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen (und damit weniger CO2 ausstoßen) als Benzinmotoren. Natürlich wird der Audi Q8 auch in den USA und in China angeboten werden, und deshalb wird es ihn ebenfalls als Benziner geben – aber in Europa wird der Diesel der meistverkaufte Motor im Q8 sein, trotz aller Skandale, und darum ist es ausdrücklich zu begrüßen, dass Audi den Wagen mit Dieselmotor zur Verfügung stellt.

In unauffälligem Florettsilber steht der Q8 50 TDI auf dem Audi Forum in Ingolstadt, zwischen Auslieferungshalle, Museum und Verwaltungsgebäude. Doch so unauffällig kann er natürlich auch wieder nicht sein, dass nicht immer wieder ein paar Audianer stehen bleiben und den Wagen genauer ansehen.

Das durchgehende LED-Band am Heckträgt die Handschrift des Audi-Designchefs Marc Lichte Das durchgehende LED-Band am Heck trägt die Handschrift des Audi-Designchefs Marc Lichte

Quelle: Audi

Dieser Blick lohnt sich auch, denn mit dem Q8 ist den Designern etwas gelungen. Einerseits haben sie damit die Blaupause für alle künftigen Q-Modelle geschaffen, etwa den deutlich ausgeformten, nun acht- statt sechseckigen Singleframe-Kühlergrill und die flachen Scheinwerfer.

Andererseits kommt der Wagen ungleich friedlicher daher als die Modelle der Konkurrenz. „Das ist nicht so ein Geldeintreiber-Auto“, hatte ein schmunzelnder Exterieur-Designchef Andreas Mindt bei einer früheren Begegnung gesagt. Ob er BMW X6 und Mercedes GLE im Sinn gehabt hat – man wird es nie erfahren.

Der Q8 basiert auf dem Q7, ist aber flacher und etwas niedriger geworden. Die Dachlinie fällt nicht so stark ab wie bei BMW und Mercedes, weshalb der Q8 auch optisch noch etwas nützlicher wirkt und nicht nur als Designstatement wahrgenommen wird.

Schalter und Knöpfe gibt es kaum noch

Öffnet man zunächst eine der hinteren Türen, ist man erstaunt über den Raum, der sich den Passagieren bietet. Die Kniefreiheit könnte kaum großzügiger sein, und die Kopffreiheit ist ebenfalls erstaunlich. Zudem ist die Rückbank um zehn Zentimeter längs verschiebbar, um noch mehr Kniefreiheit oder etwas mehr Kofferraum zu ermöglichen. Mit einem Raummaß von 605 bis 1755 Litern ist das Gepäckabteil ohnehin über die meisten Fragen erhaben.

Auf den Vordersitzen ergibt sich derselbe großzügige Raumeindruck, doch steht dieses Erlebnis hier nicht so im Vordergrund. Man erwartet ja geradezu viel Kopf- und Schulterfreiheit, wenn man ein SUV mit 4,99 Meter Länge betritt. Was hier nachhaltiger in Erinnerung bleibt, ist das neue Innendesign mit der Betonung auf das volldigitale Bedienerlebnis. Schalter und Knöpfe gibt es kaum noch im Q8. Wie in A8, A7 und A6 schon eingeführt, stehen dem Fahrer hier bis zu drei Monitore zur Verfügung.

Der eine beherbergt das virtuelle Cockpit und zeigt neben Tacho und Drehzahlmesser auf Wunsch auch die Navigationskarte an. Der zweite ist der klassische Infotainmentmonitor im oberen Teil der Mittelkonsole, und dann gibt es ein weiteres Display direkt darunter – hier lässt sich zum Beispiel die Klimaanlage konfigurieren, man kann ihn aber auch zur handschriftlichen (besser: fingerschriftlichen) Eingabe von Navigationszielen nutzen.

Das Cockpit erinnert mit seiner digitalen Bedienlandschaft an den aktuellen Audi A8 Das Cockpit erinnert mit seiner digitalen Bedienlandschaft an den aktuellen Audi A8

Quelle: Audi

Alle Monitore außer dem virtuellen Cockpit sind als Touch-Displays ausgeführt, was zwar nach Abschalten des Autos nicht sehr attraktive Fettflecken auf schwarzem Glas sichtbar macht. Doch über diesen Nachteil haben sich inzwischen alle Premiumhersteller hinweggesetzt, und sie haben gut daran getan: Die Autofahrer des 21. Jahrhunderts akzeptieren einfach nichts, was anders und schlechter funktionieren würde als ihre Smartphones.

So lassen sich die Symbole auf Audis Bildschirmen sogar löschen oder verschieben, ganz so, wie man es von seinem Handy gewohnt ist. Neu am Audi-System ist jedoch die haptische Rückmeldung beim Anklicken der Symbole: Man muss etwas stärker drücken als beim iPhone, aber dafür erhält die Fingerkuppe einen kleinen Gegendruck vom Display, außerdem erklingt ein sehr hoher, aber auch leiser Klickton – so wird man nach etwas Eingewöhnungszeit seinen Touchscreen bedienen können, ohne hinzusehen, was ja beim Autofahren keine schlechte Idee ist.

Lesen Sie auch Neues Auto in schweren Zeiten: Mit dem Q8 steigt Audi in das Segment der großen SUV-Coupés ein Dieselskandal

Und ja, Autofahren geht auch mit dem neuen Q8. 286 PS und 600 Newtonmeter setzt der Dreiliter-V6-Diesel frei, der nach Audis neuester Nomenklatur-Reform nun an der Modellbezeichnung 50 TDI zu identifizieren sein soll. 2019 kommt derselbe Motor noch mit 231 PS auf den Markt, der so ausgestattete Q8 wird dann 45 TDI heißen.

Es wird vielleicht noch ein wenig dauern, bis alle Audi-Interessenten das verstehen, aber immerhin gilt ja noch, dass höhere Zahlen höhere Leistung symbolisieren. Dem Q8 50 TDI jedenfalls fehlt es an nichts, auch wenn der später kommende Q8 55 TFSI mit 340 Benzin-PS noch besser bestückt sein wird. Nach oben gibt es ja für Autos dieser Art ohnehin kaum Grenzen.

Jedenfalls surrt der 286-PS-Diesel mehr als souverän über Autobahn und Landstraße, immer begleitet von einer Achtgangautomatik, die Audi inzwischen so gut weiterentwickelt hat, dass der Wunsch nach einem Doppelkupplungsgetriebe einfach nicht aufkommen will.

Der Q8 misst 4,99 Meter in der Länge und zwei Meter un der Breite. Damit ist er 6,6 Zentimeter kürzer, 2,7 Zentimeter breiter und drei Zentimeter flacher als der Q7 Der Q8 misst 4,99 Meter in der Länge und zwei Meter in der Breite. Damit ist er 6,6 Zentimeter kürzer, 2,7 Zentimeter breiter und drei Zentimeter flacher als der Q7

Quelle: Audi

Der Automat schaltet inzwischen so schnell, dass es eine Freude ist, und er lernt, sich auf lange Sicht den Vorlieben des Fahrers anzupassen. Daher ist es auch keine schlechte Idee, die Dynamic-Select-Taste möglichst zu ignorieren und weder Comfort noch Sport oder Eco zu wählen, sondern schlicht auf „Auto“ zu beharren.

Allenfalls lohnt sich das Umschalten, weil auch die Fahrwerksabstimmung davon betroffen ist. Die Spreizung gerade zwischen Sport und Comfort ist spürbar – da der Testwagen aber ohnehin mit 22-Zoll-Rädern ausgerüstet war (es beginnt normalerweise bei 19 Zoll), war die Sporteinstellung selbst auf glatter Autobahn zu ruppig, und es fuhr sich am besten auf Comfort. Diese Einstellung gleicht den Federungsnachteil der flachen Reifenflanken einigermaßen wieder aus.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass das SUV, selbst das wirklich große SUV, noch längst nicht tot ist. Unvernünftig bleibt es, so große und hochbeinige Autos durch die Landschaft zu schaukeln, auch weil sie relativ viel Kraftstoff verbrauchen.

Selbstbewusster Auftritt und gediegene Erscheinung

Audi will die offiziellen Werte erst im Lauf des Juli bekannt geben, veröffentlicht wird derzeit lediglich die Zahl 0,7. Bis zu 0,7 Liter auf 100 Kilometer ließen sich im Alltagsbetrieb einsparen durch das eingebaute 48-Volt-Mildhybridsystem.

Es ermöglicht dem Q8 längere Segelphasen mit abgeschaltetem Motor und passgenaues Wiedereinsteigen ohne Rucken im Antriebsstrang. Auch kann die Start-Stopp-Automatik den Motor schon sehr früh beim Ausrollen an der Ampel stilllegen, ab Tempo 22, um genau zu sein.

Es ist bemerkenswert, was sich aus der Grundidee SUV immer noch an Neuigkeiten herausholen lässt. Der Audi Q8 stellt im kleinen Kreis der Groß-SUVs eine interessante Mischung aus selbstbewusstem Auftritt und gediegener Erscheinung dar, zumindest tritt er wesentlich weniger aggressiv auf als seine Wettbewerber aus Stuttgart und vor allem aus München. Und in Sachen Raumausnutzung spielt der Audi in seiner eigenen Liga.

So wird auch der Q8 seine Freunde finden – selbst wenn die im Fall des 50 TDI mindestens 76.000 Euro mitbringen müssen.

Auch die Passagiere hinten können sich im Audi Q8 nicht über mangelnde Beinfreiheit beschweren Auch die Passagiere hinten können sich im Audi Q8 nicht über mangelnde Beinfreiheit beschweren

Quelle: Audi

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