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20th of October 2018

Auto



Fahrbericht Porsche 911: So gut ist der neue Sportwagen - WELT

August Achleitner hat einen Job, um den ihn jeder Ingenieur beneidet. Von Sportwagen-Liebhabern ganz zu schweigen. Achleitner verantwortet bei Porsche die Entwicklung des 911 und ist damit so etwas wie der Gralshüter der reinen Sportwagenlehre. Die allermeiste Zeit ist das ein Traumjob, aber alle sechs bis acht Jahre lastet auf Achleitner ein besonders hoher Druck.

Dann muss der Ingenieur eine neue Generation auf den Weg bringen, aus Millionen Elfer-Fans werden Millionen Elfer-Kritiker. Achleitner muss ein Auto optimieren, das schon jetzt als der optimale Sportwagen gilt. Und wenn es nach den Fans geht, macht er das am besten so, dass dabei alles beim Alten bleibt.

So eine Phase durchlebt oder besser gesagt durchleidet der Baureihenleiter gerade wieder. Nach sieben Jahren rollt die Generation 991 so langsam aufs Altenteil, und Achleitner legt mit seinem Team letzte Hand an die achte Auflage des Klassikers. Der Neue trägt intern das Kürzel 992 und wird Ende November auf der Autoshow in Los Angeles präsentiert, im Frühjahr 2019 kommt er in den Handel.

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Auf die ganz große Kritik muss er sich diesmal jedoch nicht gefasst machen: weder für das Design – das vorne mit stärker ausgeformten Kotflügeln wieder etwas näher ans Original rückt, eine harmonischere Silhouette bekommt und nur hinten wirklich neu aussieht, weil es andere Rückleuchten und einen modifizierten Spoiler gibt; noch für den Innenraum – dem allzu futuristische Spielereien wie etwa im Panamera erspart bleiben. Der neue Elfer bekommt zwar auch digitale Instrumente, behält aber als zentrale Anzeige einen analogen Drehzahlmesser.

Am größten wird die Erleichterung der Fans beim Blick ins Heck sein. Seit Monaten brodelte die Gerüchteküche, das Schlimmste wurde befürchtet. Schon der Abschied vom Sauger war schwer und schmerzlich. Aber vier Zylinder für den Elfer oder gar eine E-Motor – das will man sich gar nicht vorstellen.

Zum Glück auch nicht August Achleitner. Zwar bietet die neue Plattform Platz für einen Plug-in-Hybrid-Antrieb. Doch weil die Akkus noch zu schwer und zu träge sind, kommt der frühestens in drei, vier Jahren. Und von Motoren mit weniger als sechs Zylindern will der Baureihenleiter auch nichts wissen. Glück gehabt!

Der neue Porsche 911 bekommt neue Heckleuchten und einen modifizierten Spoiler Der neue Porsche 911 bekommt neue Heckleuchten und einen modifizierten Spoiler

Quelle: Porsche

Stattdessen setzt er auf die bekannten und bewährten Motoren. Die wurden noch einmal optimiert, haben etwas mehr Leistung und sind ein bisschen effizienter, und weil sie einen Partikelfilter bekommen, sind sie laut Porsche auch sauberer. Neu ist die Doppelkupplung, die jetzt acht statt sieben Gänge hat. Den Elfer wird es aber auch weiterhin als Handschalter geben. Noch mal Glück gehabt!

Los geht es im Frühjahr mit dem Carrera, der nun auf 450 PS und 530 Nm kommt, in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und lässig die 300er-Marke knackt. Danach folgen der Basis-Elfer mit künftig 385 PS sowie GTS und Turbo.

Statt der Revolution beim Antrieb hat sich Achleitner der Evolution des Fahrens angenommen: „Wir wollten den Spagat zwischen extremer Sportlichkeit und höchstem Alltagsnutzen noch einmal weiter spreizen“, sagt der Baureihenleiter während der ersten Ausfahrt rund um San Francisco mit nur noch leicht getarnten Prototypen.

Wasserwarner passt ESP-Programmierung an

Dort zeigt der neue Elfer, dass er weiterhin der perfekte Allrounder ist. Im Stadtverkehr handlich und übersichtlich, auf dem Highway entspannt und jetzt sogar mit einer Minimalausstattung an Assistenzsystemen wie Spurführungshilfe und Abstandswarner und auf der Landstraße schärfer als je zuvor. Das liegt nicht zuletzt an der Mischbereifung, mit schmalen Rädern vorn fürs leichtere Lenken und dicken Schlappen hinten, die mehr Kraft übertragen können.

Es dauert nur zwei, drei Kurven, schon stellt man den Sitz etwas steiler, greift fester ins Lenkrad, dreht an dem leider noch immer ziemlich ärmlich wirkenden Rändelrad neben der Lenkradnabe und versetzt den Wagen in den Sportmodus. Plötzlich geht es nicht mehr ums Ankommen, jetzt ist wieder der Weg das Ziel.

Der neue Carrera wird 450 PS leisten und in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen Als Carrera wird der neue Elfer 450 PS leisten und in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen

Quelle: Porsche

„Sportwagen mit viel Leistung, breiten Reifen und Heckantrieb haben bei Nässe bisweilen ein Problem“, sagt Achleitner. Klar kann man das mit einem Allradantrieb kompensieren, den es auch für den neuen Elfer wieder geben wird.

Aber damit ungeübte Fahrer nicht ins Schwimmen kommen, hat Porsche eine Art Wasserwarner entwickelt, der auf Schall basiert. Ein Mikrofon analysiert die Geräusche im Radkasten, kann dort Spritzwasser erkennen und dann erstens eine Warnleuchte im Cockpit zünden und zweitens die ESP-Programmierung anpassen, erläutert Achleitner.

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Ein Assistenzsystem, das in Deutschland sinnvoll sein kann, bei den Testfahrten in Kalifornien ist es überflüssig. Und wenn Porsche Ende November in Los Angeles das Tuch vom ungetarnten Elfer zieht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls die Sonne scheinen.

Doch nicht nur deshalb wirkt Projektleiter Achleitner gelassen. Denn was die anderen nur hoffen können, ist für ihn schon Gewissheit: Der Elfer ist und bleibt seiner Meinung nach der beste Allrounder unter den Sportwagen.

Und Kritik perlt ohnehin an ihm ab. Die gehört zum Modellwechsel bei einem Porsche dazu.

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