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19th of July 2018

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Kommen nun die Elektro-LKW? | SWR Wissen

Elektro-Lkw

Letztes Jahr hat Tesla einen Elektro-LKW präsentiert. 800 Kilometer soll der Sattelschlepper mit einer Akku-Landung fahren können. Daimler zog diesen Monat nach, allerdings nur mit einem 400-Kilometer-Modell. Dennoch: Es tut sich was. Werden in Zukunft leise LKW-Kolonnen über unsere Autobahnen gleiten?

Starttermin für die Auslieferung der ersten Elektro-LKW bei Tesla ist 2019. Daimler arbeitet bereits seit einigen Jahren an dem Thema. Aber zur Zeit gibt es von der Firma noch keinen serienreifen 40-Tonner mit Elektromotor. Der Akku der Tesla-LKW mit 800 Kilometern Reichweite soll binnen 30 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können. Dadurch wäre es möglich, dass die LKW-Fahrer den Akku während der gesetzlich vorgeschriebenen Pause laden, die sie nach viereinhalb Stunden am Steuer sowieso einlegen müssen.

Was fehlt sind Ladestationen an den Rastplätzen

Wenn in Zukunft viele Elektro-Fahrzeuge auf den Autobahnen unterwegs sind, wird es einen großen Bedarf an Ladestationen an den Rastplätzen geben. Ob und wann die entstehen sollen, steht aber bisher in den Sternen.

Sebastian Stütz vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund ist der Meinung, Elektro-Laster sollten besser verstärkt in den Städten genutzt werden. Die Motoren der Elektro-LKW seien ideal für den Stadtverkehr geeignet, weil sie leise sind und die Luft nicht verpesten. Außerdem müssten Fahrzeuge in der Stadt ständig stoppen und anfahren. Ein Elektromotor, der bei jedem Bremsvorgang erneut Energie in die Batteriezellen zurückspeise, könne da deutlich punkten. Für die Langstrecke dagegen wären Elektro-LKW weniger interessant, weil dort der herkömmliche Verbrennungsmotor konstant gefahren werden könne und damit sehr effizient sei.

Psychologische Faktoren hemmen den Langstrecken-Einsatz von Elektro-LKW

Für Elektro-LKW wird oft ein Angst-Reichweiten-Aufschlag eingeplant. Das hat Fraunhofer Forscher Arnd Bernsmann fest gestellt: Die Disponenten, die die Touren für die LKW's planten, setzten die Fahrzeuge nicht zu 90 oder 100 Prozent ein, weil sie Angst hätten, dass die Fahrzeuge auf der Tour liegen bleiben könnten. Sein Kollege Sebastian Stütz weiß aus einem anderen Forschungsprojekt: Bei einem Unternehmen, das für den Warentransport extra Elektro-Fahrzeuge gekauft hat, sind die in der Regel mit über 50 Prozent Restladung ins Depot zurückgekommen. Auf diese Weise wurde die Energie sozusagen ungenutzt mittransportiert.

Rainer Klein, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Moosbach an Elektromobilität forscht, bestätigt, dass das Problem nicht in der Technologie liege, sondern in den Köpfen der Nutzer, der Erzeuger und der Produzenten.

Klein setzt auf den Einsatz von Elektro-LKW - auch auf den Langstrecken. Der Moosbacher Ingenieur geht davon aus, dass sowohl die Energie- wie auch die WartunWartungskosten bei einem Elektroim Vergleich zum Diesel-Pendant niedriger sein.

Doch hier gehen die Meinungen auseinander.

Kritikpunkt ist der schwere Akku, den die Elektro-LKW mit transportieren müssen

Wie viel der Akku bei Tesla genau wiegen wird, ist noch nicht bekannt. Eric Sax vom Karlsruher Institut für Technologie warnt: Wenn wir davon ausgehen, dass wir 1,5 bis zwei Kilowatt pro Kilometer brauchen, dann fahren wir da mit 10 Tonnen bei einer Nutzlast von 40 Tonnen. Da hört bei mir die Sinnhaftigkeit auf.

Andere Experten gehen von einem Akkugewicht von sechs Tonnen aus, was auch noch viel wäre. Der Karlsruher Forscher Sax hält daher auf der Langstrecke Brennstoffzellen-LKW für sinnvoller. Aber auch das ist eine Technologie, die noch nicht serienreif ist. Reine Elektro-LKW mit Batterieantrieb würde Sax nur für die Kurzstrecke einsetzen– dann bräuchten sie nämlich keinen schweren Akku. Das trifft auf den angekündigten Daimler-LKW zu. Er soll nur eine Reichweite von 400 Kilometern haben.

Elektroantrieb wird zuerst in Nischen eingesetzt

Schon heute fährt der Paketdienst UPS Elektrofahrzeuge. Und es gibt einige wenige Busse, die auch schon leise auf den Straßen unterwegs sind.

KIT-Forscher Sax ist sicher, dass in Zukunft immer mehr kommunale Fahrparks auf Elektroantrieb umgestellt werden. Schließlich kehren diese Fahrzeuge abends in ein Depot zurück und können dort wieder elektrisch aufgeladen werden.

In solchen Nischen ist es einfacher, Elektrofahrzeuge und auch Elektro-Trucks zu warten und aufzuladen. Denn Elektro-LKW wären auf langen Strecken in Deutschland zur Zeit ziemlich aufgeschmissen. Die LKW-Infrastruktur an den Autobahnen ist komplett auf Diesel-Fahrzeuge eingestellt. Ein radikaler Umbruch hin zu Elektro-Ladestationen ist erst mal nicht in Sicht.           

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