Add to favourites
News Local and Global in your language
19th of July 2018

Wissen



Lipome - hässlich, aber oft harmlos | SWR Wissen

Lipome sind kleine, meist ungefährliche Fettgeschwulste. Sie stören ihre Träger vor allem optisch. Gerade im Sommer. Denn dann werden die Fettbeulen in der Armbeuge, im Nacken oder am Bein sichtbar. Manchmal tun Lipome aber aber auch weh, werden sehr groß oder verhärten sich. In diesem Fall sollten sie genauer untersucht werden.

Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor, bei dem die Fettzellen wuchern, meistens direkt unter der Haut. Das fühlt sich dann an wie eine runde oder ovale Beule. In der Regel verursacht es aber keine Beschwerden. Lipome kommen sehr häufig vor.

Ganz typische Stellen, an denen die gutartigen Tumore entstehen, sind die Beine, die Schultern, die Arme und der Rücken, erklärt Dr. Maria Wiedner, Chefärztin für Plastische Chirurgie im Malteser Krankenhaus in Bonn.

Ein typisches Lipom hat eine Kapselrundung um das Fettgewebe und lässt sich dann auch ein bisschen hin- und herschieben unter der Haut. Seltener sind Lipome, die unter Muskeln liegen. Zum Beispiel an der Stirn oder im Nacken.

Lipome können bei jedem auftreten

Die Fettbeulen haben nichts mit Fettleibigkeit zu tun. Schlanke Menschen können sie genau so bekommen wie Übergewichtige. Männer sind etwas häufiger davon betroffen als Frauen. In der Regel treten Lipome auch erst bei Menschen über 30 Jahren auf- ganz selten bei Kindern.

Klassische Lipome wachsen langsam, sie werden nur wenige Zentimeter groß. In Ausnahmefällen können sie aber auch handtellergroß sein. Wenn das Geschwulst nicht weh tut und auch sonst keine Probleme bereitet, muss es nicht unbedingt behandelt werden.

Lipome, die sich fest anfühlen oder sehr schnell wachsen, müssen untersucht werden

Auffällige Verhärtungen eines Lipoms sind allerdings verdächtig, warnt die Ärztin Maria Wiedner, wie viele ihrer Kollegen auch. Sie rät, wenn das Lipom sich fest und hart anfühlt, es auf jeden Fall untersuchen zu lassen. Denn dahinter könnte sich auch noch etwas anderes verbergen. Auch wenn ein Lipom sehr schnell wächst, sollte der Betroffene das beim Arzt abklären lassen. Wichtig ist die Bestätigung, dass das Lipom gutartig ist. Bösartige Lipome sind selten. .

Liposarkome sind sehr selten, aber bösartig

In etwa einem von hundert Fällen ist ein Lipom bösartig. Dann handelt es sich um ein sogenanntes Liposarkom. Ein Liposarkom lässt sich nicht gut verschieben, weil es mit dem umliegenden Gewebe verwachsen ist. Bösartige Liposarkome bilden sich vorwiegend am Rücken und im Nacken.

Bei der 45-jährigen Elke R. hatte sich ein Lipom am Rücken entwickelt. Der Hautarzt versicherte, dass es sich dabei um eine harmlose Veränderung handele. Doch die Fettbeule wuchs und wuchs bis zu einem Durchmesser von 5 Zentimetern. Zudem befand sich das Lipom direkt an der Wirbelsäule. Wenn Lipome auf Nerven oder Blutgefäße drücken oder zu groß werden, können sie zu Gefühllosigkeit führen oder Druckschmerzen verursachen.

Deshalb entschied sich Elke R., das Fettgeschwulst ambulant herausschneiden zu lassen. Mit dem Ergebnis war sie absolut zufrieden. Doch ob sie nun von weiteren Lipomen verschont bleibt, ist nicht sicher. Denn Lipome können wieder auftreten, auch an der selben Stelle. Und das sogar relativ häufig.

Warum manche Menschen die Fettbeulen bekommen und andere nicht, ist noch unbekannt

Es könnte einen Zusammenhang mit anderen Erkrankungen geben, sagt die Chirurgin Maria Wiedner. So kommen Lipome gehäuft bei Stoffwechselerkrankungen vor oder bei Diabetikern. Auch eine familiäre Veranlagung ist offenbar möglich.

Vorbeugen kann man Lipomen übrigens nicht. Sogar wenn jemand massiv abnimmt, verändert sich die Größe der Fettbeule nicht.

Entfernung nur selten nötig

Wer sich allein aus optischen Gründen an dem Lipom stört und sich deshalb für eine Entfernung entscheidet, muss die Kosten der OP selber tragen. Bei Beschwerden aber oder wenn eine Bösartigkeit ausgeschlossen werden muss, kommt die Krankenkasse dafür auf. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung oder unter Narkose. Das hängt ganz davon ab, wo das Lipom liegt, wie tief und groß es ist.

Üblicherweise reiche schon ein kleiner Schnitt über dem "Knubbel" und dann könne man das Lipom herausschälen oder herauslösen, erläutert die plastische Chirurgin Wiedner. Anschließend müsse die Stelle vernäht werden. Bei einer größeren Fettansammlung, bei der man schon vorab wisse, dass es sich um ein gutartiges Geschwür handele, könne das Fettgewebe auch durch eine Fettabsaugung entfernt werden, so Wiedner.

Read More




Leave A Comment

More News

SWR2 :: Wissen | SWR.de

Lernen, Lehren, Wissenschaft

ZEIT ONLINE: Mehr aus

SPIEGEL ONLINE -

HAZ.de - Ressort Wissen

DIE WELT - Wissenschaft

Disclaimer and Notice:WorldProNews.com is not the owner of these news or any information published on this site.