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19th of July 2018

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Bleistiftkauen- Ungesunde Stressbewältigung? | SWR Wissen

Stressbewältigung per Bleistift

Kann das gesund sein? Mit jedem Biss kleine Teile der Bleistiftmine zu verschlucken? Oder an Bleistiften zu kauen, die vielleicht vorher schon jemand im Mund hatte? Robert Wolf aus der studentischen Redaktion von uniCROSS hat bei Experten nachgefragt.

Menschen machen komische Dinge, wenn es darum geht mit Stress umzugehen. Manche wippen mit Füßen, manche trommeln mit Fingern. Wieder andere schürzen die Lippen oder konsultieren regelmäßig die Kaffeemaschine. Und ein Blick auf manchen Schreibtisch zeigt: Oft werden Bleistifte angekaut.

Die Enden vieler Bleistifte sind schon lange nicht mehr so, wie sie die Fabrik verlassen haben. Furchen und Vertiefungen, abgesplitterte Lackoberflächen und oft sogar blankes Holz sind dort zu sehen. Bleistiftkauen passiert ständig. Und unbewusst.

Keime auf Bleistiften?

Ein paar Fakten zum Habitat angekauter Bleistifte: In der Mundhöhle befinden sich im Schnitt 300, auf Handflächen sogar über 4.500 verschiedene Bakterienarten. Ist Bleistiftkauen also eine unbekannte Hygienekatastrophe?

Prof. Hajo Grundmann, Hygieniker am Uniklinikum Freiburg, sagt, Keime finden sich überall, aber nicht jeder Keim ist lebensbedrohlich. Doch was passiert, wenn mal einer dieser wenigen bösen Keime den Weg auf den Bleistift findet? Laut Grundmann können diese nicht lange an der Luft überleben.

Aber auch der Bleistift als Oberfläche kann unter besonderen Umständen tatsächlich ein Überträger von Krankheiten sein. Dafür braucht es aber gutes Timing und besondere Voraussetzungen, zum Beispiel eine Grippewelle und gemeinsam genutzte Bleistifte. Prof. Grundmann gibt also Entwarnung: Bleistiftkauen sieht vielleicht blöd aus, ist hygienisch aber unbedenklich.

Giftiges Blei in Stiften?

Doch wenn genüsslich oder hektisch am Bleistift gekaut wird, leidet auch das Material. Kleine Splitter der Mine werden abgekaut und verschluckt. Ist das nicht gefährlich? Immerhin ist Blei für den Menschen hochgiftig.

Sandra Suppa, Pressesprecherin bei "Faber-Castell", gibt Entwarnung. Im Bleistift ist kein Blei. Die Mine besteht aus einer Paste aus Graphit, Ton und Wasser, die gebrannt wird. Das "Blei" im Namen beruht lediglich auf einer Verwechslung mit Bleierz. Das Graphit in Bleistiften dagegen ist eine Form des Kohlenstoffs. Und – im Gegensatz zu Blei – für den Menschen ungiftig. Auch die Lackierung der Bleistifte ist heutzutage in der Regel unbedenklich.

Völlig ungefährlich ist Bleistiftkauen dennoch nicht: Wenn man es übertreibt, können Holzsplitter Verletzungen im Mundraum verursachen. Vor allem im Kindesalter kann exzessives Kauen von Bleistiften zur Verformung des Kiefers während des Wachstumsprozesses führen. In Verdachtsfällen sollte man deshalb am besten einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden hinzuziehen. Schließlich gibt es zum Stressabbau ja auch noch andere Alternativen wie zum Beispiel Kaugummikauen oder Konzentrations- und Entspannungsübungen.

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