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24th of January 2018

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BMW 125i Die erste Steuererklärung, die Spaß macht

Der aktuelle 1er-BMW ist wohl der letzte mit Hinterradantrieb. Eine technische Lappalie? Im Gegenteil: Zusammen mit einer variablen Sportlenkung ergibt sich ein fast beglückendes Fahrgefühl.

BMW 125i: Macht Laune Jürgen Pander Dienstag, 09.01.2018   04:33 Uhr

Leichtgängig, direkt, präzise, das sind so die Adjektive, mit denen in Autotexten häufig das Lenkgefühl beschrieben wird. Sie würden auch beim BMW 125i passen, doch da ist noch mehr. Etwas Zupackendes, Griffiges, Vertrauenerweckendes. Man spürt es am besten auf einer kurvigen Landstraße und mit beiden Händen am dicken "M Sport"-Lenkrad. Es kribbelt regelrecht in den Handflächen, obwohl der Lenkradkranz völlig ruhig ist. Dann wieder ein leichter Dreh, die unmittelbare Reaktion des Autos - und ein Empfinden, als würde man mit dem Wagen die eleganten Schwünge der Straße gerade erst in die Landschaft malen.

"Variable Sportlenkung" heißt das bei BMW, das klingt besser als elektromechanische Servolenkung mit variablem Lenkgetriebe. Wobei variabel bedeutet, dass mit zunehmendem Radeinschlag die dazu nötige Lenkradbewegung immer geringer wird. In BMW-1er-Foren, in denen elektronische Hilfsmittel meist der dunklen Seite der Macht zugeordnet werden, wird die Lenkung oft als "um die Mittellage verwaschen" geschmäht. Das mag mancher so empfinden, für einen ganz normalen Autofahrer aber - und vor allem im Vergleich zu anderen Kompaktwagen - lenkt sich der BMW 1er geradezu großartig.

Es gibt dafür eine einleuchtende Erklärung: Das Auto ist das einzige in dieser Klasse (von Allradtypen abgesehen), bei dem die Hinterräder angetrieben werden. Die vorderen Räder sind für die Richtung verantwortlich, die hinteren für die Traktion - eine plausible Arbeitsteilung. Bei den Konkurrenzmodellen hingegen übernehmen die Vorderräder beide Funktionen, und das kann man, zumindest unter bestimmten Bedingungen, in der Lenkung auch spüren.

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Dieses Alleinstellungsmerkmal wird der BMW 1er künftig verlieren. Wenn 2019 die dritte Generation der Baureihe auf den Markt kommt, wird sie auf der Frontantriebsplattform basieren, die jetzt bereits bei den Mini-Modellen und den Familienwagen 2er Active Tourer und Grand Tourer zum Einsatz kommt. Für BMW ergeben sich daraus Skaleneffekte, die den Profit erhöhen dürften. Und künftige 1er-Kunden erhalten einen größeren Kofferraum (jetzt: 360 bis 1200 Liter), denn die Hinterachse muss nicht mehr so aufwendig und damit raumgreifend konstruiert werden wie jetzt.

Den allermeisten dürfte es ohnehin gleichgültig sein, ob die Motorkraft nun von den Vorder- oder den Hinterrädern auf die Straße gebracht wird. Bei BMW heißt es, dass in dieser Baureihe die meisten Kunden eine kleinere Motorisierung wählen, und die Frage nach dem Antrieb daher nicht der zentrale Punkt bei der Kaufentscheidung sei.

In unserem Testwagen steckte zwar nicht der stärkste für den 1er verfügbare Motor (der leistet 340 PS), aber ein dennoch sehr potentes Triebwerk, nämlich der 2-Liter-Vierzylinder-Twinturbo-Benzindirekteinspritzer mit 224 PS. Leistungsmäßig also ungefähr das Pendant zum VW Golf GTI. Als Durchschnittsverbrauch für das Aggregat gibt BMW 5,9 Liter je 100 Kilometer an (5,7 Liter mit 16-Zoll-Standardbereifung). Bei unseren Testfahrten lag das Mittel eher bei gut 7 Litern. Der BMW 125i, so die offizielle Typbezeichnung, ist ein richtig knackiges Auto. Neben der Lenkung tragen das zackige Automatikgetriebe und der stets aufmerksame, bereitwillig rackernde Motor dazu bei.

Dazu kommt noch die Sitzposition im Auto, wobei "im" Auto schon das Wesentliche aussagt. Man wird von diesem Wagen regelrecht eingefasst. Dazu kommt in der Ausstattung "M Sport" noch ein schwarzer Dachhimmel, der dadurch optisch sehr tief hängt und den Eindruck einer Fahrhöhle noch verstärkt.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des BMW 125i - mit unserem 360-Grad-Foto:

Auch bei der Innenraumbeleuchtung setzt das Auto einen eigenen Akzent: Während viele andere Modelle mit Lichtleisten und indirekten Ambienteleuchten suggerieren, man befinde sich in einem hippen Nachtklub, sieht es im BMW bei Dunkelheit aus wie in einem Cockpit: Beleuchtet sind die vielen Anzeigen, Regler und Tasten. Botschaft: Du betrittst eine Maschine, ein Fahrgerät, keine wohltemperierte Mi-Ma-Mobilitätslounge.

Den letzten LCI, das Kürzel steht bei BMW für "Life-Cycle Impuls" und meint eine Modellüberarbeitung, erhielt der 1er im vergangenen Sommer. Renoviert wurde dabei die Armaturentafel, erkennbar unter anderem an neu geformten Lüftungsausströmern, einem Schiebedeckel über den Getränkehaltern, ein mehr dem Fahrer zugeneigtes Bedienfeld und neuen Oberflächen. Damit einher ging eine elektronische Aufrüstung, denn auch im 1er gibt es seither eine induktive Ladeschale fürs Smartphone und eine Apple-Car-Play-Anbindung.

Geblieben ist die mechanische Handbremse in der Mittelkonsole, ein Gruß aus der alten Autowelt. Die verschwindet allmählich, ob einem das nun gefällt oder nicht. Deshalb gehen wir nun noch einmal eine Runde drehen. Mit einem BMW-Kompaktwagen mit Hinterradantrieb. Und zwar aus Freude am Lenkgefühl.

Fahrzeugschein Hersteller: BMW Typ: 125i Karosserie: Kompaktwagen Motor: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo Getriebe: Achtgang-Automatik Antrieb: Heck Hubraum: 1.998 ccm Leistung: 224 PS (165 kW) Drehmoment: 310 Nm Von 0 auf 100: 6,1 s Höchstgeschw.: 243 km/h Verbrauch (ECE): 5,9 Liter CO2-Ausstoß: 134 g/km Kofferraum: 360 Liter umgebaut: 1.200 Liter Gewicht: 1.475 kg Maße: 4329 / 1765 / 1421 Versicherung: 17 (HP) / 23 (TK) / 25 (VK) Preis: 40.000 EUR Read More




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