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23rd of January 2018

Wirtschaft



Nur Scheichs könnten den Staatskredit für Air Berlin noch retten - WELT

Eigentlich sollte der Steuerzahler nicht draufzahlen – das sah zumindest der ursprüngliche Rettungsplan für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin vor. Ein 150 Millionen Euro schwerer Überbrückungskredit der staatlichen KfW-Bank hielt den Air-Berlin-Betrieb im Sommer 2017 zunächst noch am Laufen. Die Rückzahlung sollte gesichert sein – vor allem über die rund 190 Millionen Euro, die die Lufthansa für den Air-Berlin-Ferienflieger Niki zahlen wollte.

Nach der Niki-Pleite stand aber schon Mitte Dezember fest, dass dieser Tilgungsplan gescheitert ist. Inzwischen kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass vom 150-Millionen-Staatskredit wohl nur 75 Millionen Euro zurückfließen werden. Das Blatt könnte sich allenfalls noch wenden, falls der Air-Berlin-Großaktionär, die Dachgesellschaft der Airline Etihad, doch noch zahlen muss, heißt es bei Kennern der Materie.

Etihad, nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, ist die einzige wirkliche große Unbekannte bei der laufenden Aufstellung im Air-Berlin-Insolvenzverfahren. Seit 2012 hält Etihad gut 29 Prozent der Aktien der gescheiterten Air Berlin und ist damit der größte Aktionär. Die Airline aus den Emiraten hatte im letzten Air-Berlin-Geschäftsbericht noch Finanzierungszusagen gemacht und Darlehen und Kreditlinien eingeräumt. Im August 2017 zogen die Finanziers aus dem Mittleren Osten dann überraschend doch den Stecker.

Vollstreckungsrisiko in islamischen Staaten

Auf Anfrage der WELT erklärte jetzt ein Sprecher des Air-Berlin-Sachwalters Lucas Flöther, dass die Prüfung hinsichtlich von Forderungen gegen Etihad noch läuft. Gutachten würden erstellt. Sollten die ergeben, dass noch höhere Forderungen gegenüber Etihad bestehen, wäre dies eine Chance, den Staatskredit doch noch in voller Höhe zurückzubezahlen.

Lesen Sie auch Niki-Check-in Wien am Tag nach der Insolvenz: Nach Air Berlin das nächste Drama Airline-Aus

Allerdings sind auch komplexe juristische Fragen zu klären, und es gibt unterschiedliche Interessen. Um Konflikte bei den Ansprüchen innerhalb der Air-Berlin-Gruppe zu vermeiden, bestellte das Insolvenzgericht in Berlin-Charlottenburg jetzt einen Sondersachwalter. Bei Riesenpleiten ein üblicher Vorgang.

In einem Gutachten Flöthers von Ende Oktober wird bereits auf offene Fragen im Verhältnis von Air Berlin zu Etihad hingewiesen. Es geht auch um Pfandrechte und Rückzahlungsansprüche. Wie es heißt, hat Etihad einen Vergleichsvorschlag abgelehnt. Andererseits verweist der Insolvenzexperte im Gutachten auf ein „erhebliches Vollstreckungsrisiko in den Vereinigte Arabischen Emiraten wie in allen islamischen Staaten“.

Tauziehen um Niki-Pleite

Die vollständige Rückzahlung des deutschen KfW-Kredits für Air Berlin kann der aktuelle Verkauf des Geschäftsbetriebs des Ferienfliegers Niki bei Weitem nicht mehr ermöglichen. Die Lufthansa wollte knapp 190 Millionen Euro für Niki vor der Insolvenz bezahlen – nun bekommt voraussichtlich die britisch-spanische IAG-Gruppe mit ihrem Ferienflieger Vueling den Zuschlag bei der Pleitefirma.

IAG übernimmt große Teile der insolventen Airline Niki Das Video konnte nicht abgespielt werden.Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Der British-Airways-Mutterkonzern IAG hat große Teile des insolventen Ferienfliegers Niki gekauft. Durch das Geschäft sollen 740 der rund 1000 Arbeitsplätze erhalten bleiben, so der Insolvenzverwalter.

Quelle: N24

IAG, zu der auch British Airways und Iberia gehören, bezahlt nur 20 Millionen Euro, weil Niki in der Zwischenzeit Insolvenz angemeldet hat. Der Verkauf von Niki an IAG/Vueling ist jedoch rechtlich noch nicht endgültig geklärt.

In einem juristischen Tauziehen geht es aktuell darum, ob das Hauptinsolvenzverfahren zu Niki beim österreichischen Landesgericht Korneuburg läuft oder doch wie zunächst vorgesehen beim Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg. Davon wird abhängen, wo die rechtsverbindlichen Beschlüsse getroffen werden.

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