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23rd of January 2018

Wissen



Fossilien: Schmetterlinge gibt es seit mindestens 201 Millionen Jahren

Forscher haben die bislang ältesten fossilen Überreste von Schmetterlingen gefunden. Die Flügel- und Körperschuppen, die in Niedersachsen entdeckt wurden, sind mindestens 201 Millionen Jahre alt. Das teilte das Stuttgarter Naturkundemuseum mit. Für den Fund verantwortlich ist ein Forscherteam der Universität Utrecht. Die gemeinsam mit Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland verfasste Studie wurde in Science Advances veröffentlicht und ist frei verfügbar.

Die Forscher entdeckten die fossilen Überreste bei einer Bohrung in dem norddeutschen Dorf Schandelah. Sie seien der "früheste Nachweis für Lepidoptera", sagte Studienerstautor Timo von Eldijk. Lepidoptera ist der wissenschaftliche Name für Schmetterlinge.

Der Fund führe zu einem neuen Verständnis der evolutionären Geschichte von Schmetterlingen und ihrer Fähigkeit, ökologische Katastrophen zu überleben, sagte von Eldijk. Denn die Sedimente, in denen die Schuppen eingefasst sind, stammen den Forschern zufolge aus einer geologischen Periode um den Übergang von der Trias in den Jura. Damals löste sich der Superkontinent Pangäa auf, wodurch es zu massiven Vulkanausbrüchen kam. Viele Arten, die die Trias dominiert hatten, starben damals zu Land und zu Wasser aus – offenbar jedoch nicht die Schmetterlinge. Im Gegenteil, Lepidoptera könnten von den neuen Bedingungen sogar profitiert haben, hieß es von den Forschern. Viele neue Arten seien in der Folgezeit entstanden.

Schmetterlingsfossilien deutlich älter als Fossilien von Blütenpflanzen

Die Untersuchung zeigt auf, wie dramatische Treibhauseffekte Insekten und ihre Evolution beeinflusst haben, sagte von Eldijk. Diese Erkenntnisse könnten dabei helfen, die Reaktion von Insekten auf den Klimawandel heute besser zu verstehen.

Außerdem liefert die Studie ein Indiz gegen die bislang gängige Annahme unter Wissenschaftlern, dass die Evolution von Schmetterlingen und Blütenpflanzen eng miteinander verbunden sei. Die entdeckten Schmetterlingsfossilien sind nämlich mehr als 70 Millionen Jahre älter als die ältesten Fossilien von Blütenpflanzen. Der Darmstädter Paläoentomologe und Co-Autor der Studie, Torsten Wappler sagte: "Der Beginn der Evolution der Schmetterlinge kann vermutlich mit Bedecktsamern in Verbindung gebracht werden." Dazu gehörten heute beispielsweise Nadelholzgewächse und Palmenfarne.

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