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20th of October 2018

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Frachterkollision vor Korsika: 600 Tonnen Treibstoff im Meer verteilt

Umkreis von 20 Kilometern : Frachterkollision vor Korsika: Nun beginnt der Kampf gegen 600 Tonnen Treibstoff im Meer Danke für Ihre Bewertung! 0

Einen Tag nach der Kollision zweier Schiffe vor der Küste Korsikas hat sich der ausgelaufene Treibstoff in einem Umkreis von rund 20 Kilometern im Mittelmeer ausgebreitet. Nun beginnt der Kampf gegen den Ölteppich. Der Unfall ereignete sich in einer besonders prekären Zone.

Frankreichs Umweltminister François de Rugy sagte am Montag nach einem Überflug über das Gebiet, 600 Tonnen Treibstoff seien ins Meer gelangt. Er übte Kritik am Kapitän des an dem Unfall beteiligten tunesischen Schiffes.

Der tunesische Frachter hatte am Sonntagmorgen bei gutem Wetter auf dem Weg von Genua nach Tunis rund 28 Kilometer nordwestlich von Korsika das zyprische Containerschiff gerammt. Das Containerschiff wurde dabei auf der rechten Seite so beschädigt, dass Treibstoff auslief. An den Säuberungsarbeiten waren französische und italienische Kräfte beteiligt. Der Einsatz dürfte mehrere Tage dauern.

"Verhalten des tunesischen Schiffes war total anormal"

De Rugy machte sich am Nachmittag vor Ort ein Bild von der Lage. Anschließend äußerte er sich bei einer Pressekonferenz in Bastia: "Das Verhalten des tunesischen Schiffes war total anormal", sagte er. Es sei noch zu früh, um zu sagen, was genau geschehen sei. Sicher sei nur, dass "am Steuer nicht aufgepasst" worden sei. Polizisten seien mit Hubschraubern zu den Schiffen gebracht worden, um an Bord zu ermitteln. 

Der Minister begrüßte die gute Zusammenarbeit mit den Behörden von Italien, Zypern und Tunesien. Oberste Priorität sei es, die beiden Schiffe zu befreien. Das sei jedoch sehr kompliziert, weil das tunesische Schiff im Rumpf des zyprischen Schiffes feststecke. 

Containerschiff fährt nach Genua

De Rugy zufolge soll das tunesische Schiff anschließend im Hafen von Bastia repariert, aber auch gründlich untersucht werden. 45 Menschen seien an Bord, sechs von ihnen seien auf eigenen Wunsch an Land geflogen worden. Das Containerschiff habe rund ein Dutzend Menschen an Bord und werde ins italienische Genua fahren. Dies sei der nächstgelegene Hafen, in dem ein Schiff dieser Größe anlegen könne. 

Die Staatsanwaltschaft von Marseille leitete Ermittlungen wegen Umweltverschmutzung durch einen Schiffsunfall ein. 

Meeresschutzgebiet für Wale und Delfine

Die Kollision ereignete sich mitten in einem internationalen Meeresschutzgebiet für Wale und Delfine, warnt Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz beim WWF Deutschland. Acht Wal- und Delphinarten kommen im Pelagos-Schutzgebiet vor, darunter Finnwale, Pottwale, Cuvier-Schnabelwale, Langflossen-Grindwale und mehrere Delfinarten.

„Mit dem Unfall haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet: Im einzigen Walschutzgebiets des Mittelmeers besteht Schutz nur auf dem Papier. Obwohl Wale und Delfine in diesem artenreichen Teil des Mittelmeeres eigentlich einen Rückzugsort finden sollen, gleicht es einer Autobahn für Schiffe. Ein Drittel des gesamten Schiffsverkehrs im Mittelmeer passiert das Walschutzgebiet. Der hochintensive Schiffsverkehr durch Frachter und Fährlinien ist eine ständige Bedrohung für Meeressäuger.

Jedes Jahr sterben hier größere Wale nach Kollisionen  mit Schiffen. Jetzt hat sich trotz bester Sicht ein Zusammenstoß zweier Schiffe ereignet. Der ausgetretene Treibstoff  kann  der empfindlichen Haut der Wale schaden, wenn sie inmitten des Öls auftauchen müssen. Mit Plankton, das direkt im verschmutzen Wasser treibt, wird auch  Hauptnahrungsquelle für  Bartenwale wie Finnwale belastet.

Hintergrund zum Pelagos-Meeresschutzgebiet

Es ist mit seinen 87.500 Quadratkilometern das größte Meeresschutzgebiet im Mittelmeer. Die Region ist sehr artenreich: Vier bis18 Prozent aller marinen Arten weltweit kommen in diesem Meeresgebiet vor. Pro Jahr werden allein 200.000 Bewegungen von Handelsschiffen im Schutzgebiet verzeichnet, hinzu kommen viele Fähren und Jachten.

fas/mit Agenturmaterial Lesen Sie auch Read More




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