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23rd of July 2018

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Shisha rauchen: Die unbequeme Wahrheit über die Wasserpfeife

Suchtgefahr, Infektionen, Kohlenmonoxidvergiftung: Shisha rauchen: Die unbequeme Wahrheit über die Wasserpfeife Danke für Ihre Bewertung! 0

Suchtgefahr, Infektionen, Kohlenmonoxidvergiftung: Dass das Rauchen einer Shisha nicht so gesundheitsschädlich sei wie das Rauchen einer Zigarette, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Das Gegenteil ist der Fall: Wasserpfeife rauchen ist sogar mit mehr gesundheitlichen Risiken verbunden als das Rauchen von Tabakzigaretten.

Die Risiken – sie sind wissenschaftlich gut belegt – reichen von Atemwegserkrankungen, Erkrankungen der Lungen über Krebserkrankungen bis hin zu Herzkreislauf-Erkrankungen.

Nikotin, Benzol, Teer und Schwermetalle werden tief inhaliert

In einer Shisha wird spezieller Shishatabak mithilfe eines Stücks Holzkohle bei um die 100 Grad Celsius verschwelt. Der so entstehende Tabakrauch wird durch die Rauchsäule der Shisha, das Wassergefäß und den Schlauch eingeatmet. Das Wasser in einer Shisha filtert lediglich wenige wasserlösliche Substanzen aus dem Tabakrauch. Im Rauch enthaltene gesundheitsschädliche Substanzen wie Nikotin, Benzol und Teer dagegen gelangen ungefiltert in die Lunge.

Indem das Wasser den Tabakrauch abkühlt, kann der Rauch sogar tiefer inhaliert werden. Die zum Teil krebserregenden, im Rauch enthaltenen Substanzen können auf diese Weise besonders tief in das Lungengewebe eindringen und selbst kleinste Lungengefäße schädigen. Beim Shisha-Rauchen wird darüber hinaus besonders viel Teer aufgenommen, da beim Erhitzen der Holzkohle zusätzlich Teer und Schwermetalle entstehen.

Diese Schwermetalle sind gefährlich, weil der menschliche Körper sie nicht abbaut, sondern in Knochen und im Fettgewebe einlagert. Über die Expertin

Dr. med. Heidrun Thaiss leitet seit Anfang 2015 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie hat Humanmedizin studiert und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau zu Fragen der Gerinnungsstörungen bei Kindern mit Diabetes promoviert.

Gesünder als Zigarettentabak? So gefährlich ist Shisha-Rauchen

Tabakrauch enthält mehr als 4.800 gesundheitsschädliche Substanzen. Ob der Tabakrauch über das Rauchen von Zigaretten oder das Rauchen einer Shisha in den Körper gelangt, spielt dabei keine Rolle. Shishatabak werden außerdem Feuchthaltemittel und Aromen zugesetzt, die den Tabakrauch zum Beispiel nach Vanille oder Apfel schmecken lassen. Beim Verschwelen können durch die Beigabe dieser Substanzen Allergene oder andere gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.

Auch Shisha-Rauchen kann abhängig machen

Im Shishatabak ist auch Nikotin enthalten. Nikotin ist eine psychoaktive Substanz, eine Droge, die extrem schnell zu einer körperlichen Abhängigkeit führen kann. Beim Rauchen einer Shisha wird deutlich mehr Nikotin aufgenommen als beim Rauchen einer herkömmlichen Tabakzigarette. Schon wer gelegentlich –  etwa alle vier Tage –  Shisha raucht, nimmt dieselbe Menge Nikotin zu sich wie durch das Rauchen von zwei Zigaretten täglich.

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Shishapaste oder Shiazosteine bergen Gesundheitsrisiken

Shishas können ohne Shishatabak mit Shishapaste oder Shiazosteinen geraucht werden. Beide enthalten meist kein Nikotin. Dennoch bergen sie Gesundheitsrisiken, da verschiedene Geschmacks- und Aromastoffe sowie Vernebelungsmittel bei der Nutzung inhaliert werden. Dies kann zu Atemwegsreizungen führen. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass krebserregende Stoffe wie Formaldehyd auf diese Weise aufgenommen werden.

Shishas als Übertragungsweg für Infektionskrankheiten

Beim Shisharauchen können bei gemeinsamer Nutzung durch mehrere Personen verschiedene Infektionskrankheiten wie Herpes oder Hepatitis übertragen werden. Das Auswechseln des Mundstücks schützt nur bedingt: Auch über den Shisha-Schlauch und das Wasser in der Shisha können Krankheitskeime weitergegeben werden und aufgrund mangelnder Hygiene zusätzlich Keime oder Pilze entstehen, die in den Körper wandern.

Wasserpfeife: Kohlenmonoxidvergiftung möglich

Durch das Verbrennen von Holzkohle in der Shisha entsteht Kohlenmonoxid. Dies wird besonders gefährlich, wenn Shishas in geschlossenen Innenräumen wie Bars oder kleinen Wohnräumen geraucht werden. Bedingt durch eine hohe Konzentration an Kohlenmonoxid in der Raumluft kann es zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder sogar zu Bewusstlosigkeit kommen.

Video: Immer mehr Kohlenmonoxidvergiftungen durch Shishas

Fazit: Shisharauchen birgt mindestens analoge Gefahren wie das Rauchen von Nikotinzigaretten.

Entwicklung des Zigaretten- und Shishakonsums

Nichtrauchen liegt bei Jugendlichen im Trend: Während sich die Zahl der Jugendlichen, die Tabakzigaretten rauchen, von 28 Prozent im Jahr 2001 auf aktuell sieben Prozent deutlich verringert und einen historischen Tiefstand erreicht hat, wird das Shisha-Rauchen für junge Leute aber zunehmend attraktiver.

 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhebt regelmäßig in bundesweiten Repräsentativbefragungen das Rauchverhalten der 12- bis 25-Jährigen. Sie liefert so präzise Daten zur Verbreitung des Shisha-Rauchens und kann Trendverläufe aufzeigen: Aktuell geben 26,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 66,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, schon einmal Shisha geraucht zu haben.

 

10,6 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen haben in den vergangenen 30 Tagen mindestens einmal Shisha geraucht. Der Trend ist bei den 12- bis 17-Jährigen in den letzten zehn Jahren rückläufig. Bei jungen Erwachsenen aber steigt das Shisha rauchen leider signifikant an.

Video: Wasserpfeifen - Studie warnt vor dramatischen Gefahren Lesen Sie auch Read More




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