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13th of November 2018

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"Schicksalstag der Deutschen": Wie sich am 9.11. dreimal die Geschichte änderte

Gedenkfeiern in Berlin: Wie sich am 9. November bereits dreimal die Geschichte veränderte Danke für Ihre Bewertung! 0 9. November, 9.11.: Das Datum markiert in Deutschland einen besonderer Tag. Drei historische Ereignisse fallen auf den 9. November. Berlin veranstaltet zu den Ereignissen Gedenkfeiern - aber warum ist es kein Feiertag?

Novemberrevolution 1918 - Pogromnacht 1938 - Mauerfall 1989: Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen wird heute in Berlin des 9. Novembers gedacht.

9. November 1918: Die erste deutsche Republik wird geboren

Im Bundestag steht der 100. Jahrestag der Ausrufung der Republik nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Mittelpunkt. Dazu sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble. Das Gedenken steht unter der Überschrift: "Schicksalstag der Deutschen" und wird auch an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und an das Ende der deutschen Teilung erinnern.

Steinmeier rief am Donnerstag zur positiven Erinnerung an die Novemberrevolution von 1918 auf. „Es war die Geburtsstunde der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“, sagte er in einem auf Facebook verbreiteten Video. Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sondern sei erkämpft worden, betonte er.

Viele Männer und Frauen hätten dafür ihr Leben gelassen. „Und wir erinnern uns auch, in welche Abgründe es führt, wenn die Gegner der Demokratie die Mehrheit erringen“, sagte Steinmeier.

9. November 1938: Die Progromnacht

Der Zentralrat der Juden in Deutschland erinnert in der Berliner Synagoge in der Rykestraße an die antisemitischen Ausschreitungen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Dabei werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und Zentralratspräsident Josef Schuster Ansprachen halten.

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten den Befehl für den inszenierten "Volkszorn" gegen die Juden in ganz Deutschland ausgegeben. Nur wenige Meter entfernt von der Münchner Synagoge hatte NS-Propagandaminister Joseph Goebbels in einem Bierkeller das Signal zum Losschlagen gegeben.

9. November 1923: Hitlerputsch

In seiner Hetzrede zum Gedenken an den Hitlerputsch vom 9. November 1923 wiegelte er die Parteigenossen auf. "Ich rede kurz vor der Parteiführerschaft. Stürmischer Beifall", notierte er in sein Tagebuch. "Alles saust gleich an die Telefone. Nun wird das Volk handeln." SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich schob später ein Telegram hinterher mit der Bitte, deutsches Leben und Eigentum zu verschonen, "zB. Synagogenbrände nur, wenn keine Brandgefahr für die Umgebung ist".

Hunderte Synagogen und Geschäfte wurden angezündet und geplündert, Zehntausende Juden wurden gedemütigt und deportiert, bis zu 1000 Menschen wurden ermordet. Die Pogrome gelten als Beginn der systematischen Verfolgung der Juden in Deutschland. Mit mehr als 2000 Sitzplätzen zählt die Synagoge in der Rykestraße zu den größten jüdischen Gotteshäusern in Europa.

9. November 1989: Die Mauer fällt

Berlin erinnert am Freitag auch an den Mauerfall vor 29 Jahren. In der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße werden Rosen für die Opfer der deutschen Teilung niedergelegt und Kerzen entzündet. In der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen ist eine Andacht geplant. Dazu wird auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet. Zudem werden Schüler aus Norwegen, Frankreich und Deutschland zu dem Gedenken kommen.

Anlässlich des Erinnerungstages hat Berlins Regierungschef Müller vor einer neuen Spaltung der Gesellschaft gewarnt. Mit dem Fall der Mauer habe Deutschland den Weg zur Einheit im Namen von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat beschritten. "Deutschland ist ein vereintes Land, das sich als Garant der Menschenrechte begreift. Das soll und muss auch so bleiben", erklärte Müller.

Die deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre. Allein in Berlin starben nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

9. November als Feiertag?

Die baden-württembergische SPD-Chefin Leni Breymaier hat eine Diskussion über den 9. November als Nationalfeiertag angeregt. «Dieses Datum ist für die deutsche Demokratie von den historischen Ereignissen her bedeutender als jeder andere Tag», teilte sie am Freitag in Stuttgart mit. Wenn der November-Tag einen so herausragenden Platz in der deutschen Erinnerungskultur habe, frage sie sich, warum der 3. Oktober und nicht der 9. November gesetzlicher Feiertag sei, schrieb sie zuvor auf Twitter.

Der 9. November 1938 markiert eine Zäsur in der Politik des NS-Regimes. Nationalsozialisten zündeten Synagogen in ganz Deutschland an und begannen mit der von ihnen geplanten systematischen Vernichtung des jüdisches Volkes.

Der 3. Oktober ist der Tag der Deutschen Einheit

Der 3. Oktober sei eher geschäftsmäßig als Beschlußtag festgelegt worden, bestimmt von Vertragsverhandlungen und Fristsetzungen, betonte Breymaier. "Und wurde so zum nationalen Feiertag." Der Tag habe sich über die Jahre hinweg als Nationalfeiertag eingebürgert. "Deutscher Schicksalstag bleibt aber der 9. November. Darüber kann man doch einmal sprechen."

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