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23rd of January 2018

Kultur



TV-Kolumne "Riverboat": 70 und kein bisschen müde: Gysi will noch Kanzler werden

TV-Kolumne "Riverboat": 70 und kein bisschen müde: Gysi will noch Kanzler werden Danke für Ihre Bewertung! 0

Um schnellen Ruhm mit all seinen Vor- und Nachteilen, vor allem der Gefahr des wieder Abstürzens, geht es gleich bei mehreren Gästen des MDR Riverboats.

Die Sänger Pietro Lombardi und Ben Zucker und Comedian Ilka Bessin („Cindy aus Marzahn“) wissen ein Lied davon zu singen und loben sich gegenseitig ausgiebig für ihr Durchhaltevermögen. Gefühlt mehr Fragen als die Moderatoren Stephanie Stumph und Jörg Pilawa stellt an diesem Abend der quirlige Gregor Gysi (Die Linke), der am 16. Januar 70 Jahre alt wird und von seinen sechs Leben berichtet.

Zu Beginn der Sendung turnt der Präventivmediziner Professor Dr. Gerd Schnack, ein beeindruckend rüstiger 83-Jähriger, erst einmal mit den Talkgästen und gibt Tipps, wie man insgesamt Haltung bewahrt. Er hat es offensichtlich geschafft und zusammen mit Frank Elstner ein Buch darüber geschrieben, das nun schon in der 6. Auflage erscheint.

Schlager-Newcomer Ben Zucker mit der rauchigen Stimme ist danach als Erster dran, von seiner schnellen Erfolgstory zu erzählen. Er hat immer alles auf eine Karriere als Musiker gesetzt, keine Ausbildung gemacht, sondern lieber in Veranstaltungsstätten die Klos geputzt und auf den Durchbruch gewartet. Eine Bekannte vermittelte den Kontakt zu Jazz-Trompeter Till Brönner und dessen Management und dann ging alles ganz schnell. Gleich der erste Fernsehauftritt bei Florian Silbereisen 2016 wurde zum großen Erfolg, der bis jetzt anhält. Nach den Vorteilen gefragt bekennt er: „Ich habe jetzt immer Käse, Brot und Wein zu Hause.“ Nachteile: Zu wenig Zeit mit der Tochter.

Viel Zeit für seinen Sohn nimmt sich dagegen Pietro Lombardi, der darüber auch bereits ein Buch geschrieben hat, obwohl das Kind erst zwei Jahre alt ist. Auf den Blitz-Karrierestart, er gewann 2011 "Deutschland sucht den Superstar", folgte ein Leben vor den Kameras. Ehe, Geburt, Krankheit des Kindes, Trennung – fünf Jahre lang alles in 100 Folgen einer Dokusoap öffentlich ausgetragen. Jetzt hat sich im letzten Jahr mit dem Song „Senorita“ endlich auch wieder ein musikalischer Erfolg eingestellt und die gemeinsame Erziehung des Sohnes bekommt das Ex-Paar nach der Trennungsschlammschlacht nun wohl doch ganz gut hin. Glückwunsch.

Schauspielerin Ulrike Krumbiegel hat sich für ihren neuen Film („Die Anfängerin“) aufs Eis gewagt und mit Eiskunstlauf-Weltmeisterin Christine Stüber-Errath (spielt sich selbst) eine richtige Kür einstudiert. Außerdem reist sie gerne, hatte zu DDR-Zeiten sogar in Erwägung gezogen, Funkerin zu werden, um mal rauszukommen. Auf langen Segeltörns, zuletzt von Indonesien nach Südafrika, ist man lange Zeit mit zuvor fremden Menschen auf engstem Raum zusammen. Nach Problemen damit gefragt befindet sie, dass man sich da einfach mal zurücknehmen muss. Ähnlich auch wie in Filmprojekten, denn es geht dann um etwas anderes, als nur persönliche Befindlichkeiten.

Neue Chefin der SOKO-Leipzig kann sich nicht durchsetzen

Etwas kurz abgehandelt wird Schauspielerin Melanie Marschke, die seit 17 Jahren bei der SOKO Leipzig als Ina Zimmermann ermittelt und dort gerade zur Hauptkommissarin befördert wurde. Die Kollegen hätten sich für sie gefreut, berichtet sie, anders als es im Einspieler die Schauspieler vor der Kamera tun, da herrscht ein Konkurrenzkampf mit den männlichen Kollegen. Ihre Sendezeit wird verquatscht von einer allgemeinen Diskussion um Frauen als Chefs. Hera Lind versucht ihr beizustehen, sie hätte sich die ganze Zeit auf diesen Talkgast gefreut, nun kommt die neue SOKO-Chefin gar nicht zu Wort - aber es geht gnadenlos weiter im Programm.

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Die Bestsellerautorin Lind (13 Mio. verkaufte Bücher) selbst hatte ausreichend Zeit, ihre Erfolgsstory noch einmal zu erzählen. Das erste Buch, „Ein Mann für jede Tonart“, hat sie aus Langeweile geschrieben, denn sie durfte, damals schwanger, als Konzertsängerin nicht mehr mit auf die Tournee nach Asien. Zur Ablenkung ließ ihr Mann, ein Mediziner, sie 3.000 Patientenakten in den Computer übertragen. Das war 1988 noch etwas Neues und sie ist ihm dankbar dafür, denn ins gleiche Medium tippte sie nebenbei ihr Buch, 31 weitere folgten. Sie strahlt, zwinkert und schäkert, wie immer. Wie immer ein bisschen übertrieben gut gelaunt. Jedenfalls muss Gregor Gysi nun Angela Merkel fragen, ob ihre Mutter auch Heralind heißt. Das ist ihr Taufname und ihres Wissens trägt die Mutter der Kanzlerin auch ebendiesen. Gysi verspricht, leicht verzweifelt, das bis 2019 zu tun.

Gysi möchte noch Kanzler werden

Er berichtet ansonsten von den Planungen für seinen 70. Geburtstag im wenigen Tagen. 70 findet er furchtbar alt und hat zum Thema Alter interessante Weisheiten beizusteuern. Zum Beispiel: Mit 50 verliert man die letzten Privilegien der Jugend, allerdings fangen mit 60 die ersten des Alters an. Seine sechs Leben waren: Kindheit und Jugend, Studentenzeit, die Jahre als Anwalt in der DDR, die bewegte Wendezeit 1989/90, die schwere Zeit danach, in der er um Respekt und Anerkennung kämpfen musste und nun die Zeit, in der er genau das geschafft hat. Auf die Frage, was er für wahrscheinlicher hält, eine künftige Regierungsbeteiligung der Linken oder der AfD, hofft er natürlich auf die Linke und stellt in Aussicht, dass er dann gerne auch noch Kanzler wird.

Er feiert heute ein weiteres Jubiläum, denn er ist bereits zum 10. Mal Gast beim Riverboat und bekommt daher einen Präsentkorb mit DDR-Produkten, wie Halorenkugeln und Dosenananas. Darüber, dass es Letztere in der DDR wirklich gab, ist Gysi erstaunt. Mit der neben ihm sitzenden Ilka Bessin versteht er sich an diesem Abend prächtig, auch wenn die immer mal wieder droht, mit ebendiesem Präsentkorb abzuhauen. Ilka Bessin ist als Letzte dran, muss daher ganz schnell ganz viel erzählen, was ihr aber nicht weiter schwerfällt. Und sie hat ja vorab schon ausreichend Beiträge zugesteuert. Nun geht es auf die Schnelle noch einmal um ihre Verabschiedung von der Kunstfigur „Cindy aus Marzahn“ und dass sie sich damals beim Quatsch Comedy Club eigentlich für einen Kellnerjob bewerben wollte. Weil sie aber so viel quatschte, wurde sie aufgefordert, es doch auch einmal auf der Bühne zu versuchen. Ihre Berliner Schnauze ist jedenfalls auch ohne Jogginganzug in Pink und blonde Perücke erfrischend. Und Ihre Überlegungen zur neuen Tour klingen so, als wäre da die nächste Erfolgstory vorprogrammiert.

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