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23rd of January 2018

Wirtschaft



Trumps Steuerreform US-Großbanken müssen Milliarden abschreiben

Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan müssen wegen der US-Steuerreform Milliarden abschreiben. Schon bald werden die Finanzriesen aber profitieren.

Skyline von Lower Manhattan

Skyline von Lower Manhattan

Freitag, 12.01.2018   19:02 Uhr

In den New Yorker Bankentürmen löste Donald Trumps Wahlsieg Euphorie aus, die Aktien der größten US-Institute stiegen in den folgenden Monaten kräftig an: Allein die Papiere der US-Großbank JP Morgan haben seit dem Wahlsieg mehr als 40 Prozent zugelegt. Der Grund für die Kursrallye: Trump berief einige Größen der Wall Street in seinen Beraterstab und kündigte an, die Regeln an den Finanzmärkten zu lockern.

Doch nun sorgt die neue US-Steuerreform kurzzeitig für Verstimmung bei den US-Geldhäusern. Denn die neuen Steuergesetze belasten die Bilanzen. Die größte US-Bank JPMorgan Chase, die den Zahlenreigen eröffnete, musste im vierten Quartal eine einmalige Belastung von 2,4 Milliarden Dollar verdauen.

Trotz der hohen Abschreibung lobte Bankchef Jamie Dimon die Steuerreform als "sehr positiv". Unter dem Strich blieb der Bank im Schlussquartal ein Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2017 verdiente JPMorgan 24,4 Milliarden Dollar.

So kommen die Abschreibungen zustande

Zuvor hatte bereits Goldman Sachs mitgeteilt, dass die neuen Steuergesetze das Ergebnis im vierten Quartal mit rund fünf Milliarden Dollar belasten werden.

Aber wie kommen diese enormen Abschreibungen zustande? Zum einen werden Gewinne, die bislang im Ausland geparkt und so dem US-Fiskus entzogen wurden, mit einer einmaligen Sondersteuer zwischen 8 und 15,5 Prozent belegt. Davon sind vor allem Goldman Sachs und JP Morgan betroffen.

Zum anderen können Banken US-Steuern nicht mehr so stark durch frühere Verluste - etwa aus der Finanzkrise - drücken. Das trifft die Citigroup sehr stark, aber auch Rivalen wie die Bank of America, Barclays, Credit Suisse oder die Deutsche Bank. Deutschlands größtes Geldhaus rechnet mit einer Abschreibung von 1,5 Milliarden Euro.

Doch die Abgaben auf außerhalb der USA gehaltenes Vermögen fallen auf Dauer nicht so stark ins Gewicht, wie man annehmen könnte: Unternehmen verbuchen zwar einmal vorab hohe Abschreibungen, können die Beträge dann jedoch bis 2025 in bis zu acht Raten abbezahlen.

Wells Fargo profitiert sofort

Auf längere Sicht muss sich die Bankenbranche deshalb eher keine Sorgen machen. Mittelfristig werden die Banken durch die Senkung der Unternehmensteuern von 35 auf 21 Prozent sogar profitieren. An der Börse ließ man sich von den Gewinnwarnungen bislang denn auch nicht aus der Ruhe bringen - die Aktien der US-Banken reagierten kaum.

Es ist auch nicht so, dass alle Institute Abstriche machen müssen - Wells Fargo profitierte sofort von der Steuerreform und meldete einen Quartalsgewinn von fast 6,2 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr verdiente die Großbank 22,2 Milliarden Dollar. In der kommenden Woche wollen Morgan Stanley, Citigroup, die Bank of America und Goldman Sachs ihre Zahlen vorlegen.

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