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13th of November 2018

Politik



Afghanistan: Russland will Friedensgespräche vermitteln

In Moskau hat eine internationale Afghanistan-Konferenz begonnen, die den Weg für direkte Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den aufständischen Taliban ebnen soll. Der russische Außenminister Sergej Lawrow appellierte zum Auftakt an die Teilnehmer, "sich nicht von den persönlichen oder kollektiven Interessen leiten zu lassen, sondern von jenen des afghanischen Volkes". Mit konkreten Ergebnissen wird auf der Konferenz nicht gerechnet.

Die Taliban hatten angekündigt, fünf hochrangige Mitglieder ihres Politbüros nach Moskau zu schicken. Obwohl sie an der Konferenz teilnehmen, lehnen sie bisher direkte Gespräche mit der afghanischen Regierung ab, die sie als Marionette der USA bezeichnen. Sie wollen nur direkt mit Washington über ein Ende des seit 17 Jahren andauernden Krieges sprechen.

Auch eine Delegation aus Kabul nimmt an der Konferenz teil. Es handelt sich dabei um vier Vertreter des Hohen Friedensrats. Das Gremium soll im Sinne der Regierung versuchen, zu einer Aussöhnung mit den Aufständischen zu kommen, wie dessen Sprecher Sajed Ihsan Taheri sagte. 

Das afghanische Außenministerium betonte, die Delegation sei nicht als offizielle Repräsentantin der afghanischen Regierung anzusehen. Dennoch hatte sich die Regierung Afghanistans für die Teilnahme des Friedensrats an der Moskauer Konferenz ausgesprochen. Das ist ein Fortschritt: Noch im Sommer war ein erster Anlauf für eine Konferenz am Einspruch der afghanischen Regierung gescheitert.

Ähnliche Begegnungen zwischen den Delegationen gab es in der Vergangenheit schon an anderen Orten, allerdings wurden nie formelle Verhandlungen eröffnet.

Bedrohung durch IS klein halten

Russland lud auch Vertreter der Vereinigten Staaten, Indiens, des Iran, Chinas, Pakistans und aus fünf ehemaligen Sowjetrepubliken zu dem Treffen ein. Seine Regierung hoffe, durch gemeinsame Anstrengungen ein "neues Kapitel in der Geschichte Afghanistans" aufschlagen zu können, sagte Lawrow.

Dass die Taliban an den Gesprächen in Moskau teilnehmen, veranlasste den russischen Außenminister zu vorsichtigem Optimismus. Es sei ein "wichtiger Beitrag", um günstige Bedingungen für direkte Verhandlungen zwischen der Regierung, den Taliban, Vertretern der breiten Öffentlichkeit und anderen politischen Kräften im Land zu schaffen. Russland werde weiterhin alles unternehmen, um einen Dialog zu starten.

Die USA betrachten die russische Afghanistan-Initiative mit Argwohn. Das Land ist seit 17 Jahren in den Krieg dort involviert. Der neue US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad versucht, die Taliban davon zu überzeugen, in direkte Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung einzutreten. Die Regierung in Washington befürchtet, die russischen Aktivitäten könnten die eigenen Bemühungen stören. Russland seinerseits hat Sorge, dass sich die USA langfristig Einfluss in der Region sichern.

Zudem will die russische Regierung die Bedrohung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) möglichst klein halten. Lawrow stellte bei der Konferenz fest: "Der Islamische Staat versucht mit Unterstützung externer Geldgeber, Afghanistan zu einem Sprungbrett für die Expansion nach Zentralasien zu machen." Es sei die Aufgabe aller Länder, den Afghanen dabei zu helfen, die terroristische Bedrohung zu bannen. 

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