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18th of July 2018

Deutschland



Zwei Mordprozesse in NRW enden mit langen Haftstrafen - WELT

Nach einer tödlichen Attacke mit dem Auto auf eine Fußgängerin im ostwestfälischen Minden ist der Täter wegen heimtückischen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde seine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet. Das Landgericht Bielefeld berücksichtigte bei dem am heutigen Donnerstag (12.7.) verkündeten Urteil, dass der 57-jährige Deutsche wegen einer psychischen Erkrankung vermindert schuldfähig sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit der Psychiatrie-Unterbringung folgten die Richter der Empfehlung eines Gutachters, der krankhafte Wahnvorstellungen bei dem frühpensionierten Lehrer festgestellt hatte. Das Gericht ging mit seinem Urteil über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus, die sich für acht Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen Mordes ausgesprochen hatte. Der Verteidiger hatte auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert, aber kein Strafmaß genannt. Ob sein Klient das Urteil annehme, sei noch offen, sagte der Anwalt.

Im Prozess hatte der 57-Jährige aus Minden ein ausführliches Geständnis abgelegt und geschildert, wie er im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin mit dem Auto attackiert hatte. Die 53-Jährige starb im März an den Folgen der schweren Verletzungen im Krankenhaus. Als Motiv hatte der psychisch und körperlich kranke Mann Wut- und Rachegefühle gegen eine angebliche Strahlenmafia angegeben. Unbekannte Menschen hätten ihn jahrelang bestrahlt und so eine unheilbare Krebserkrankung ausgelöst, behauptete er.

„Ohnehin verspürte Neugier am Töten eines anderen“

Das Landgericht Kleve hingegen verhängte heute die Höchststrafe. Im dort verhandelten Prozess ging es um Geldprobleme und eine „Neugier am Töten“, die ein 25-jähriger Mann verspürte. Er ist wegen Mordes an einem Rentner zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Deutsche einen 77 Jahre alten Mann in dessen Haus im niederrheinischen Emmerich auf diverse Arten bis zum Tod malträtiert hatte. In erster Linie sei es ihm darum gegangen, an das Geld des Rentners zu kommen. Zudem habe er ein Opfer gewollt, das sich eignete, um eine „ohnehin verspürte Neugier am Töten eines anderen zu befriedigen“, sagte der Vorsitzende Richter. „Es ist ein ganz schreckliches Geschehen.“

Lesen Sie auch Angelika W. im Gespräch mit ihrem Verteidiger Peter Wüller vor dem Landgericht Paderborn Höxter-Prozess

Die beiden Männer hatten sich im September 2017 kennengelernt und zum Sex getroffen. Bei einer weiteren Verabredung im Dezember ging der 25-Jährige dann auf den 77-Jährigen los. Er attackierte ihn mit einem Elektroschocker, schlug ihn, warf ihn eine Treppe hinunter, nahm zwei Messer zur Hilfe und versetzte ihm schwere Hiebe mit einem Feuerlöscher. Anschließend nahm er im Haus mindestens 350 Euro an sich und versuchte, Spuren zu verwischen: Er verstopfte Abflüsse und drehte die Wasserhähne auf – das Haus wurde überschwemmt.

Der 25-Jährige räumte die Taten ein. Ein Gutachter befand ihn für voll schuldfähig. Vor Gericht sagte der Angeklagte, dass es ihm leidtue. „Ich bereue es zutiefst.“

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