Add to favourites
News Local and Global in your language
24th of January 2018

Welt



Deutschland Zahl der Spätaussiedler steigt jährlich

Es ist der fünfte Anstieg in Folge: Rund 7100 Spätaussiedler kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland. Darunter sollen vorwiegend jüngere Familien sein.

Spätaussiedler spazieren am 12.01.2018 an Unterkünften der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Friedland, vorbei

Spätaussiedler spazieren am 12.01.2018 an Unterkünften der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Friedland, vorbei

Sonntag, 14.01.2018   11:23 Uhr

Sie kommen aus Teilen der früheren Sowjetunion und sehen in Deutschland eine Heimat: Die Zahl der nach Deutschland eingereisten Spätaussiedler hat sich im fünften Jahr in Folge erhöht. Bis zum Ende des vergangenen Jahres wurden 7134 Ankömmlinge im Aufnahmelager in Friedland aus den früheren Mitgliedstaaten der Sowjetunion registriert.

Dies seien etwa 500 mehr als im Jahr 2016, sagte der Leiter der Einrichtung, Heinrich Hörnschemeyer. Es handele sich vorwiegend um jüngere Familien, die bereits Verwandte in Deutschland haben.

In dem Örtchen Friedland in Niedersachsen, dem bundesweit einzig verbliebenen Aufnahmelager für Aussiedler, kommen seit dem Zweiten Weltkrieg Menschen an. Die Einrichtung hat derzeit rund 800 Betten. Rund ein Drittel davon sind in der Regel mit Aussiedlern belegt und zwei Drittel mit Flüchtlingen aus unterschiedlichen Staaten.

Die Vorfahren der heutigen Spätaussiedler waren aus Deutschland zum Beispiel auf die Krim oder ans Schwarze Meer ausgewandert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kehrten ihre Nachfahren zu Hunderttausenden zurück. Als Spätaussiedler erhalten sie in der Bundesrepublik die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch ihre Verwandten können selbige beantragen. (Lesen Sie hier eine Reportage aus Friedland aus dem Jahr 2017).

Die Zahl der Spätaussiedler hatte 1990 mit knapp 400.000 Menschen einen Rekordwert erzielt und erreichte dann im Jahr 2012 mit rund 1800 einen Tiefstand. Seither ist sie kontinuierlich wieder gestiegen.

Noch etwa 160.000 Deutsche leben in Kasachstan

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung sei der Wegfall der Zuzugssperre für Familienangehörige, sagte der Göttinger Historiker Alfred Eisfeld, der sich auf das Thema Aussiedler spezialisiert hat. Zudem sähen vor allem viele der in Kasachstan lebenden Deutschen für sich dort keine Perspektive mehr. Er rechne deshalb auch weiterhin mit zahlreichen Aussiedlern, sagte Eisfeld.

In Kasachstan leben nach Angaben des Wissenschaftlers derzeit noch etwa 160.000 Deutsche. "Die Situation dort ist für sie nicht leichter geworden", sagte Eisfeld. "Die Umgebung ist in hohem Maß nationalistisch gesinnt. Da kommen sich Nicht-Kasachen oft zurückgesetzt und verloren vor."

Die Integration der Spätaussiedler in Deutschland ist nach Eisfelds Einschätzung überwiegend gelungen, obwohl sie für viele Betroffene mit einem sozialen Abstieg verbunden sei. "Dies betrifft vor allem Menschen mit Hochschulausbildung, deren Abschlüsse nicht anerkannt wurden." Sie hätten größtenteils Tätigkeiten unter ihren Möglichkeiten aufnehmen müssen.

Im Video: Spätaussiedler - Ankunft in einer fremden Heimat

Video abspielen... SPIEGEL ONLINE Read More




Leave A Comment

More News

tagesspiegel.de: Welt

SPIEGEL ONLINE -

Deutsche Welle: DW-.WORLD.DE

DIE WELT

derStandard.at ›

Disclaimer and Notice:WorldProNews.com is not the owner of these news or any information published on this site.